Zardoz


Bewertung
imdb
5.8
mh-Community
5,0
Schlagworte
noch keine

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Auszeichnungen

Schauspieler Typ mh
Charlotte Rampling Person
Sean Connery Person
Sara Kestelman Person
John Alderton Person
Regisseur Typ mh
John Boorman Person

Gesehen von


Christian_alternakid
5
21.07.2021

Auf der Watchlist von

keinem Motorjugendlichen. Hallo, wie das?

Kommentare

5

Christian_alternakid am 21.07.2021 um 16:09 Uhr:

"Zardoz" dürfte ins popkulturellen Gedächtnis hauptsächlich dank des Bildes von Sean Connery mit langem Zopf, Walroß-Bart und rotem Lendenschurz eingebrannt sein, aber nicht einmal dieser Look - "a ponytailed barbarian who obeys a giant stone head" (Entertainment Weekly) - verrät, wie WTF "Zardoz" eigentlich ist.

Zwei Jahre nachdem John Boorman mit "Deliverance" ("Beim Sterben ist jeder der Erste") einen Welthit landete, nutzte er die dadurch vom Studio erhaltene Carte Blanche, um ausgerechnet "Zardoz" darauf zu kritzeln! Mit Sicherheit einer der abgedrehtesten Filme, den ich je gesehen habe, und der auch nicht einfach als Trash abgetan werden sollte, da Boorman (Buch & Regie) ganz offensichtlich durchaus ernsthafte Fragen zur Moderne an sich, zum Klassensystem, seinen hierarchischen Strukturen und der damit einhergehenden Ausbeutung der Natur wie des Mitmenschen sowie der Kleidsamkeit von roten Lendenschurzen stellen wollte.

Inhaltlich ist "Zardoz" ohne Parallel-Lesen von Wikipedia-Plot-Führung kaum in all seiner 'Tiefe' zu begreifen, was auch an einem Erzählstil liegt, der mit "elliptisch" nur unzureichend beschrieben ist. Schlüssig erscheint mir aber, dass sowohl Drehbuch wie Schauspiel-Performances unter Einfluss bewusstseinserweiternder Drogen entstanden sein müssen.

Stilistisch ist "Zardoz" (1974) einem Science-Fiction-Film wie "Logan's Run" (1976) ähnlich - beide Filme haben einen unbedingten, zuweilen fehlgeleiteten Stilwillen und scheitern an den technischen Möglichkeiten ihrer Zeit, eine Zukunftswelt darzustellen, die nicht schreiend komisch aussieht.

Mit Sicherheit kein guter Film, aber in seiner ernsthaften Absurdität eine Kuriosität, die gesehen werden muss.

P.S.: Props an Roger Ebert, in eine "Zardoz"-Besprechung einen Querverweis auf "Letztes Jahr in Marienbad" einzuflechten:

"I remember standing in the rain once outside a theater that was playing “Last Year at Marienbad.” Now there was a movie so complex and personal no one claimed to be able to understand it, not even Time magazine. The people coming out from the previous show were shaking their heads and admitting that they, too, didn’t have a clue. And then it was our turn to go in and be mystified.
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Every once in a while, a movie like that comes along; a movie you’ve got to see so that you, too, can be in the dark about it."



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