Smog


Bewertung
imdb
6.8
mh-Community
6,0
Schlagworte
kontrovers

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Fakten

  • Manche Zuschauer hielten die Pseudo-Doku für real und riefen während der Ausstrahlung am 15. April 1973 besorgt beim Westdeutschen Fernsehen an. (Christian_alternakid)
  • Dem Film wurde eine industriefeindliche Tendenz unterstellt, nordrhein-westfälische Kommunal- und Landespolitiker sorgten sich um die öffentliche Wahrnehmung der Region und fürchteten einen Imageschaden. Drei CDU-Landtagsabgeordnete forderten gar in einer Kleinen Anfrage Maßnahmen gegen den „schweren Rückschlag“ für die „Attraktivierung des Ruhrreviers“, dies wurde als „verfassungsrechtlich unzulässige Vorzensur“ abgelehnt. (Christian_alternakid)
Schauspieler Typ mh
Marie-Luise Marjan Person
Wolfgang Grönebaum Person
Heinz Schacht Person
Michaela Henner Person
Hans Schulze Person
Doris Gallart Person
Edda Dohrmann-Pastor Person
Wolff Lindner Person
Rudolf Jürgen Bartsch Person
Wilfried Szubries Person
Konrad Horschik Person
Alf Pankarter Person
Jakob Gröblighoff Person
Jürgen Hilken Person
C.W. Koch Person
Regisseur Typ mh
Wolfgang Petersen Person

Gesehen von


Christian_alternakid
6
19.04.2023

Auf der Watchlist von

Kommentare

6

Christian_alternakid am 19.04.2023 um 08:05 Uhr:

Wolfgang Petersens "Orson Welles Moment": als sein Spielilm mit pesudodokumentarischen Elementen 1973 im WDR ausgestrahlt wurde, glaubten Zuschauer an eine tatsächlich Notsituation und riefen beim Sender an. Sagt wahrscheinlich genausoviel über die tatsächliche Luftqualität im Ruhrgebiet der 70er aus wie über die Beeindruckbarkeit des deutschen Fernsehzuschauers, aber das macht den Film ja nur dringlicher.

"Smog" ist ein aktivistischer Umweltaufrüttelfilm der vorangegangenen Generation, ein Nachzeichnen, was denn geschehen würde, wenn sich Smog über das Ruhrgebiet läge. Verkehr wird eingestellt, Ignoranten würden trotzdem an ihren Lenkrädern festkleben und über die Straßen cruisen, das "Großkapital" spielt blinde Kuh, die Politik will die notwendigen Maßnahmen erst spät ziehen, nur das Fernsehen berichtet gnadenlos und informiert die Bewohner im Einzugsgebiet des WDR vortrefflich über Zustand und Gefahren.

Kein Wunder, dass drei CDU Abgeordnete im Landtag Maßnahmen gegen den Film forderten, da er einen „schweren Rückschlag“ für die „Attraktivierung des Ruhrreviers" darstellen würde.

Petersen arbeitet geschickt mit einer Verschränkung von dokumentarischen Elementen, täuschend echt nachgestellten Sondersendungen und fiktionalisierter Spielfilmhandlung und schafft so eine Gleichzeitigkeit aus Nachspielen des zu erwartbaren Ablaufs mit einer Emotionalisierung, die auch vor harten Entscheidungen nicht zurück schreckt. Denn auch wenn am Ende das Leben weiter geht, die Schlöte wieder rauchen, die Autos auspuffen und die Politik erklären kann, dass es deutlich weniger Tote als bei einem ähnlichen Vorfall in Großbritannien gab - das kleine Baby einer Familie ist wegen des Smogs verstorben und verunmöglicht für den Zuschauer damit alle Relativierungen.

"Smog" ist eine Schwester im Geiste zu "Das Millionenspiel" und sicher nicht zufällig ebenfalls von Wolfgang Menge geschrieben.
"Das Millionenspiel" als Vision eines aus dem Ruder laufenden Sensationsfernsehens war sicher der spekulativere Film, allerdings auch der aufregendere.



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