Meet Me in the Bathroom


Film
Dokumentarfilm

2022
105 Minuten
In der TMDB
In der IMDB
Bewertung
imdb
6.7
mh-Community
7,0

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Auszeichnungen

Schauspieler Typ mh
Adam Green Person
Courtney Love Person
James Murphy Person
Nancy Whang Person
Irmin Schmidt Person
Tunde Adebimpe Person
Julian Casablancas Person
Albert Hammond Jr. Person
Kimya Dawson Person
Karen O Person
Nick Zinner Person
Chris Murphy Person
Nick Valensi Person
David Holmes Person
Paul Banks Person
Luke Jenner Person
Ryan Adams Person
Brian Chase Person
Ryan Gentles Person
Daniel Kessler Person
Carlos Dengler Person
David Sitek Person
Vito Roccoforte Person
Mattie Safer Person
Tim Goldsworthy Person
Sam Fogarino Person
Nikolai Fraiture Person
Fabrizio Moretti Person
Nardwuar Person
John Casablancas Person
Pat Mahoney Person
Phil Mossman Person
Tyler Pope Person
Kyp Malone Person
Regisseur Typ mh
Will Lovelace Person
Dylan Southern Person
Vorlage Typ Jahr mh
Meet Me in the Bathroom: Rebirth and Rock and Roll in New York City 2001-2011 Buch 2017 8,0

Gesehen von


Christian_alternakid
7
01.01.2024

Auf der Watchlist von

Kommentare

7

Christian_alternakid am 11.11.2022 um 08:42 Uhr:

Oha! Zur tollen Oral History "Meet Me In The Bathroom" über die New York Szene der frühen 2000er (Strokes, Yeah Yeah Yeahs, Interpol, LCD Soundsystem, Moldy Peaches, TV On The Radio, The Rapture...) erscheint eine Doku, gedreht von den Regisseuren, die vorher bereits "No Distance Left To Run" (über Blur) und "Shut Up & Play The Hits" (über LCD Soundsystem) gedreht haben.

Große Vorfreude!



7

Christian_alternakid am 08.01.2024 um 09:55 Uhr:

Die Dokumentation über den letzten Zeitpunkt, als Gitarren, skinny Jeans und Punk Attitude wirklich cool waren, beginnt mit einer Frau in einem Bärenkostüm und einem jungen Kerl als Robin Hood verkleidet - Ladies & Gentlemen, die Moldy Peaches! Auch wenn die Strokes natürlich der Herzschlag der ganzen New York Renaissance waren, zeigt das bereits, dass "Meet Me In The Bathroom" mehr sein will als 'nur' eine Strokes-Doku plus andere Bands, die eben auch im New York der Nuller Jahre musizierten. Das ist Vor- und Nachteil zugleich, denn das Splitten der Erzählung auf so viele verschiedene Gruppen - The Strokes, Moldy Peaches, Yeah Yeah Yeahs, LCD Soundsystem, The Rapture, TV On The Radio, Interpol - macht "Meet Me In The Bathroom" zu einem wilden stream of consicousness des New Yorker Untergrunds, verliert dadurch aber zuweilen auch an Tiefe: Die Moldy Peaches sind plötzlich aus dem Film verschwunden (wie zugegebenermaßen auch im echten Musikleben damals), Interpol sind nicht nur zeitlich, sondern auch stilistisch Einzelgänger, TV On The Radio nur einen kurzen Seitblick wert.

Die Brookylner Art-Punk-Band der Yeah Yeah Yeahs erzählen dagegen mit die interessanteste Geschichte, weil Karen O als einzige Frau in der ganzen Geschichte sowohl den Druck als auch das Unverstandensein deutlich kommuniziert. Ebenfalls bereichernd ist James Murphy, der als der bekannt schwierige Charakter erscheint, aber mit dem DFA Label die wohl originellste Idee dieser Szenen hatte: die Kölner Krautrocker von CAN mit der Attitude von Punk zu verbinden und in tanzbares Terrain zu überführen. Wie er sich zunächst in The Rapture verliebt, diese aufbaut und dann mit ihnen gemeinsam scheitert und in der Folge als absoluter Nicht-Frontmann LCD Soundsystem gründet, wäre sicher eine eigene Dokumentation wert.

Toll an "Meet Me In The Bathroom" ist der Verzicht auf talking heads (nicht die New Yorker Band und spirituellen Vorfahren zumindest des LCD/Rapture-Sounds, sondern eben keine bekannten VIP-Gesichter wie Johnny Depp, die uns die Geschichte noch mal von heut erzählen), sondern das Vertrauen auf reine Original-Aufnahmen und Tondokumente, die wohl dank des zugrundeliegenden Oral History- Buchs von Lizzy Goodman zur Verfügung standen. Im Vergleich zum Buch fühlt sich der Film übrigens leichtgewichtiger an und streift das Thema Hedonismus und Drogen nur seitlich, während das Buch eine harte Erzählung von Ausschweifung ist.

Dadurch fehlt auch etwas die Fallhöhe, denn "Meet Me In The Bathroom" ist in erster Linie eine Geschichte über eine Revolution von unten, die die damals vorherrschenden Limp Bizkit & Co mit einem Schlag wie die dümmste Musik der Welt erscheinen ließ und kurz die Idee von wildem, schwierigen, selbstzweifelnden, künstlerischen Sound als zentralen kulturellen Moment erscheinen ließ (erstes NME-Cover der Strokes zur Veröffentlichung der ersten Drei-Song-EP: "The Strokes - Why New York's Finest Will Change Your Life Forever")... dass das nur eine Chimäre war und der Mainstream außerhalb von England natürlich nie bereit war, solche Bands wirklich zu Leitbildern zu machen, wissen wir heute leider natürlich auch. Noch mal die Energie dieser frühen Strokes-Momente nacherleben zu können und vor allem den Gegensatz zur damals vorherrschenden "alternativen" Musikszene zu sehen, macht "Meet Me In The Bathroom" aber dennoch sehr sehenswert.



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