Nachvollziehbar, dass Fikkefuchs polarisierend aufgenommen wurde. Stahlberg geht da ähnlich wie damals bei Muxmäuschenstill schon in Ecken, die weh tun. Ähnlich wie bei den von Trier - Diskussionen (auch wenn das hier filmisch und meta natürlich nicht auf dem Level ist), greift mir aber die Kritik zu kurz, dass das Gezeigte 1:1 affirmativ sein soll. Sehe ich eher gar nicht - wüsste nicht, wie man Fikkefuchs überhaupt so verstehen kann, dass hier die "toxic masculinity" gelobt werden würde. Beide Hauptfiguren sind ja ohne Frage in einer entlarvend negativen - sicher recht platten - Art dargestellt: Rogowski als der junge porno- und hiphopverseuchte Typ, der die gesellschaftlichen Zerrbilder und sein eigenes reales Leben nicht deckungsgleich bekommt und deshalb ein einziges personifiziertes Scheitern ist. Stahlberg als der Alt-68er, der nicht akzeptieren will, dass sein Jugend vorbei ist und sich im verzweifelten Klammern an Jugendlichkeit mal um mal der Lächerlichkeit preisgibt. Fikkefuchs ist da sicher nicht die schlauste Abhandlung, aber ihm zu unterstellen, er würde die beiden zu Opfer stilisieren und ihr Scheitern ernsthaft bedauern, kann man doch nun wirklich nicht aus dem Film herauslesen. Dass es keine positiven Frauenfiguren gibt, ja, das ist sicher richtig. Ich würde aber auch sagen, dass es schlicht und einfach gar keine positiven Figuren im Film gibt. Wenn überhaupt, erzeugt der Film ja Verständnis für die schlecht behandelten Frauen und wie nachvollziehbar die Ablehnung der beiden Männer ist. Geht zumindest mir so.
(auf Netflix übrigens)
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Christian_alternakid am 04.01.2019 um 09:35 Uhr:
(auf Netflix übrigens)