| Schauspieler | Typ | mh |
|---|---|---|
| Rufus Sewell | Person | |
| Michael Nyqvist | Person | |
| Amy Brenneman | Person | |
| Matthew Harrison | Person | |
| Jason Patric | Person | |
| Maria Bello | Person | |
| David Brown | Person | |
| Josh Strait | Person | |
| Kimberly Elek | Person | |
| Sunny Doench | Person | |
| Justin Scot | Person |
| Regisseur | Typ | mh |
|---|---|---|
| Johan Renck | Person |
Christian_alternakid am 06.07.2020 um 23:46 Uhr:
Nancy ist ein psychisches Wrack: Als Kind wurde sie missbraucht und lebt nun in einer Ehe, die so kalt und stumm ist, dass ein „Zusammenleben" im Wortsinn nicht mehr existiert. Nancy fügt sich selbst Schmerzen zu, schneidet ihre Beine und Arme auf, um wieder irgendetwas zu spüren. Der Film denkt diese Spirale der Selbstdestruktion konsequent zu Ende. Wenn Rothenburg uns etwas gezeigt hat, dann, dass der Wunsch nach Selbstauflösung jegliche menschliche Vorstellung sprengen kann. Da sich „Downloading Nancy“ aber dem introspektiven US-Indie-Kino verpflichtet fühlt und einen weiten Bogen um spekulativen Gore macht, erspart es uns eine kannibalistische Lösung. Der so klar zu Ende gedachte Wunsch, nicht mehr leben zu wollen, ist bedrückend genug, dass man nicht auch noch Fleischesverzehr benötigen würde.
Auch wenn man die Konsequenz von „Downloading Nancy" bewundert, bleibt in der Mischung aus Sterilität und Pathos, die den Film durchzieht, ein Problem. Nicht jedes Bild, das Regisseur Johan Renck in seinem Debütfilm findet, überzeugt, da der Grat zur übertriebenen Symbolhaftigkeit doch arg schmal bei diesem Thema ist. So bleibt „Downloading Nancy" mehr eine interessante Studie als ein guter Film, der dennoch eine handvoll Szenen bereit hält, die nahe gehen - was besonders der großartigen Maria Bello zu verdanken ist, die eine wahre Tour de Force liefert.
(aus dem Sellfish-Archiv)