Die Hölle von Henri-Georges Clouzot

alternativer Titel: L'enfer d'Henri-Georges Clouzot
alternativer Titel: Inferno

Film
Dokumentarfilm

Henri-Georges Clouzot's unfinished masterpiece, L'enfer (1964), is reconstructed in this film which is part drama and part documentary.

2009
102 Minuten
In der TMDB
In der IMDB
Bewertung
imdb
7.5
mh-Community
6,0
Schlagworte
noch keine

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Schauspieler Typ mh
Jacques Gamblin Person
Bérénice Bejo Person
Romy Schneider Person
Serge Reggiani Person
Regisseur Typ mh
Serge Bromberg Person
Ruxandra Medrea Person
Beziehung Titel Typ mh
Dokumentation über L'Enfer
Film

In Listen

Gesehen von


Christian_alternakid
6
19.11.2017

Auf der Watchlist von

keinem Motorjugendlichen. Hallo, wie das?

Kommentare

6

Christian_alternakid am 20.11.2017 um 09:31 Uhr:

Faszinierender Einblick in einen Film, den es niemals gab. Clouzots revolutionäres Herzenswerk wurde nie zu Ende gefilmt, weil erst die Produktion außer Kontrolle geriet, aus logistischen Gründen in Zeitnot war (das Setting war ein Stausee, der in vier Wochen leer gepumpt werden sollte), dann der Hauptdarsteller nach der Hälfte des Films im Streit mit Clouzot abgehauen ist, sein Nachfolger anreiste, aber nach einem Gesprächmit Clouzot (Inhalt unbekannt) nicht eine Szene drehte und letztendlich Clouzot noch einen Herzinfarkt bekam. Kurioserweise war das Geld eher nicht das Problem, Clouzot muss für diesen Arthouse-Film absurd viel Geld zur Verfügung gehabt haben - eher sogar zu viel, weil das wohl dazu führte, dass er sich komplett verzettelte.
Das Material, das man hier erstmals sieht, ist aber tatsächlich faszinierend. Eine Geschichte über krankhafte Eifersucht, die sich in Paranoia steigert und in seinen schwarz/weiß Bilder eine ähnliche Atmosphäre versprüht wie Resnais' "Letztes Jahr in Marienbad" (das ja auch bei aller komplexen Erzählweise im Kern eine Geschichte über Eifersucht/Paranoia ist). Clouzot wollte aber darüberhinaus wirklich etwas völlig Neues erreichen: eine neue Bildsprache erfinden. Über eine Drehzeit von vier Wochen (!) sind etliche Kamerarollen mit "Farbexperimenten" entstanden, die von Op Art inspiriert sind und die Romy Schneider in verfremdeten Sequenzen zeigen - was im Film immer dann zum Einsatz kommen sollte, wenn die Eifersucht überhand nahm und der Wahn im Kopf der Hauptfigur regierte. Diese Sequenzen sind wirklich faszinierend. Negative Belichtungen, die zum Beispiel einen blutroten See erzeugen - und extra so geschminkte Schauspieler (mit blauem Lippenstift), damit sie in dieser umgekehrten Belichtung "normal" wirken. Dazu immer wieder schwarz-weiß Großaufnahmen von Körperteilen von Romy, die mich wiederum an einen anderen Resnais' Film, an "Hiroshima Mon Amour" erinnern. Jammerschade, dass es "L'Enfer" nie gab!



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