Der goldene Handschuh

alternativer Titel: The Golden Glove

Film
Drama, Krimi, Thriller

2019
110 Minuten
In der TMDB
In der IMDB
Bewertung
imdb
6.7
mh-Community
5,7
Schlagworte
noch keine

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Auszeichnungen

Schauspieler Typ mh
Heinz Strunk Person
Francesco Fiannaca Person
Philipp Baltus Person
Hark Bohm Person
Dietrich Kuhlbrodt Person
Adam Bousdoukos Person
Marc Hosemann Person
Tom Hoßbach Person
Margarete Tiesel Person
Martina Eitner-Acheampong Person
Katja Studt Person
Max Hopp Person
Uwe Rohde Person
Jessica Kosmalla Person
Herma Koehn Person
Tristan Göbel Person
Jonas Dassler Person
Victoria Trauttmansdorff Person
Dirk Böhling Person
Margarethe Tiesel Person
Jürgen Uter Person
Peter Badstübner Person
Laurens Walter Person
Greta Sophie Schmidt Person
Jens Weisser Person
Barbara Krabbe Person
Tilla Kratochwil Person
Lotta Töller Person
Simon Görts Person
Lars Nagel Person
Klaus Bobach Rios Person
Don Duncan Adams Person
Dustin Leitol Person
Vasiliki Georgina Pseimada Person
Christine Jensen Person
Melanie Welker Person
Ella Sophie Parisi Person
Sascha Nürnberg Person
Kai Detig Person
Achim Bubert Person
Levi Nordmann Person
Wiki Bousdoukos Person
Pipitsa Kousoula Person
Lefteris Kokotos Person
Iason Bousdoukos Person
Emmanouil Bousdoukos Person
Emin Santiago Akin Person
Maria Pseimada Person
Jörg Reichelt Person
Matz-Christoph Matthiessen Person
Bernd Hilke Person
Peter Starick Person
Rolf Schilling Person
Nicole-Fiona Stelling-Drummond Person
Julia Kossmann Person
Silke Wiechers Person
Marcus Kruse Person
Bernd Lauer Person
Achim Düllberg Person
Joannis Zoidis Person
Gerald Markstein Person
Matthias Ott Person
Selma Alaalaoui Person
Heidi Torke Person
Paul Schlawig Person
Jusuf Umeri Person
Puja Bahrami Person
Jörg Wischnauski Person
Regisseur Typ mh
Fatih Akin Person
Vorlage Typ Jahr mh
Der goldene Handschuh Buch 2016 7,0

Gesehen von


Christian_alternakid
5
10.02.2019

säm
6
06.03.2019

Bloody Mary
6
17.03.2021

Auf der Watchlist von

Kommentare

5

Christian_alternakid am 17.02.2019 um 15:02 Uhr:

Bret Easton Ellis Serienkillerroman „American Psycho“ galt immer als unverfilmbar: zu heftig, zu krass, zu extrem sind Ellis‘ Beschreibungen der Morde als dass eine Film-Version vorstellbar schien. Als Mary Hannon 2000 das Buch doch verfilmte, überspitzte sie die (im Buch bereits subtil angelegte) Satire und regelte die Gewaltexzesse auf eine erträgliche Ebene herunter.
Vor einem ähnlichen Problem stand auch Fatih Akin bei der Verfilmung von Heinz Strunks Roman „Der goldene Handschuh“, in dem Strunk die reale Geschichte des Mörders Fritz Honka nacherzählte. Schwieriger noch für Akin: während der erfundene Yuppie-Broker Patrick Bateman als Allegorie auf den Raubtier-Kapitalismus der Reagen-Jahre diente, ist Fritz Honka ein hässlicher Verlierer, der Bodensatz der Gesellschaft. Eine Satire wäre demnach für Akin keine Lösung, denn im Gegensatz zum Angriff nach oben, den „American Psycho“ zeichnet, wäre es ein nachuntentretendes Lachen, ein Verhöhnen der Verlorenen, die um Fritz Honka herum ihr trauriges Leben im „Goldenen Handschuh“ betäuben.

So läuft die Verfilmung des schon schwer erträglichen Buches in eine Sackgasse der Hässlichkeit und findet keinen Weg hinaus. Natürlich ist es bemerkenswert, wie auf den Punkt Akin den „Goldenen Handschuh“ oder die verratzte Dachbodenbude Honkas einfängt, wie entschieden er vermeidet, Honka auch nur in irgendeiner Art zu glorifizieren oder zu überhöhen (ein altes Problem aller Serienkillerfilme, das selbst die Genre-Meisterwerke „Sieben“ oder „Das Schweigen der Lämmer“ nicht lösen konnten) und mit welcher Bereitschaft sich Jonas Dassler in der Hauptrolle in eine Ekel-Performance wirft.

Aber all die technische Perfektion, all der Aufwand – wofür? Was kann uns „Der goldene Handschuh“ erzählen, wofür wir diese 100 Minuten Hässlichkeit und Abscheu durchleiden wollen? Nimmt man beispielsweise den aus meiner Sicht zu Unrecht geschmähten und vor allem vorverurteilten Serienkillerfilm „The House That Jack Built“ von Lars von Trier zum Vergleich, dann wird das Problem der „Goldenen Handschuh“-Verfilmung noch deutlicher: in der Härte und vor allem im Ekelfaktor steht Akin von Trier kaum nach, aber „The House That Jack Built“ hatte einen Kontext, stellte sich selbst zur Diskussion, fragte nach dem Warum des Ganzen und den Folgen für Künstler und Zuschauer.
„Der goldene Handschuh“ dagegen fragt nichts, sondern zeigt nur.

Das ist nicht unbedingt ein Problem, das durch Akin entsteht, denn alles, was man dem „Goldenen Handschuh“ vorwerfen kann, liegt schon in Strunks Buch begründet. Aber eine weitere Fiktionalisierungsebene mit all den Problemen, die eine Visualisierung von Gräueltaten zusätzlich einbringen, schubst den Stoff des Strunk’schen Doku-Romans endgültig in den Bereich des praktisch Unerträglichen.

So sehr ich Fatih Akin schätze und beispielsweise „Gegen die Wand“ für den besten deutschen Film der letzten zwanzig Jahre halte, bin ich doch etwas ratlos, was mir „Der goldene Handschuh“ geben soll. Für einen Thriller zu unspannend, für eine Satire ungeeignet und für ein Midnight Movie zu real. Was bleibt?
6

Bloody Mary am 17.03.2021 um 19:10 Uhr:

Ich denk, hier geht es vor allem darum, ein Milieu zu schildern. Und Alkoholismus. Säufer-Milieu auf St. Pauli in den 70ern. Der Alkohol spielt fast eine zentralere Rolle als Honka. Aber stimmt schon, dadurch, dass irgendwie der Punkt fehlt, fühlt es sich schon wieder einen Ticken zu lang erzählt an.



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