| Schauspieler | Typ | mh |
|---|---|---|
| RP Kahl | Person | |
| Eva Habermann | Person | |
| Barnaby Metschurat | Person | |
| Niels-Bruno Schmidt | Person | |
| Arno Frisch | Person | |
| Chris Hohenester | Person | |
| Wilfried Hochholdinger | Person | |
| Dave Allert | Person | |
| Ulrike Panse | Person | |
| Doreen Jacobi | Person | |
| Laura Tonke | Person | |
| Sanna Englund | Person | |
| Claudia Mehnert | Person |
| Regisseur | Typ | mh |
|---|---|---|
| RP Kahl | Person |
Christian_alternakid am 04.08.2019 um 14:33 Uhr:
Berlin 1998, ein Neon-Rausch aus Drogen, Sex und Gewalt. Und Sex.
2. Darum geht‘s:
Das Berlin der ausgehenden 90er, gesehen mit den Augen einer handvoll Protagonisten. Eine Prostituierte, die ihren Zuhälter betrügt, ein Polizist, der Waffen verkauft, eine Agenturfotografin, die Gelegenheitssex sucht. Alle auf der Suche nach einem Rausch, nach einem wilden Leben in der großen Stadt.
Die kleine Nutte, der korrupte Bulle, der impotente Aufreißer – ja, Angel Express ist der seltene Fall eines gelungenen deutschen Genre-Films. Bei aller Liebe zum Experimentellen gelingt es RP Kahl in seinem Debütfilm sein Händchen für schöne Bilder erheblich besser mit einem Narrativ zu verbinden als im misslungenen Kunstgewichse „Bedways“, das rätselhafterweise einen kleinen Siegeszug durch die Feuilletons angetreten hat.
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Der ursprünglich vor 13 Jahren gedrehte „Angel Express“ wurde im Rahmen des „Bedways“-Erfolgs von Kahl neu geschnitten und – nach eigener Aussage – deutlich stärker wieder zu einer Geschichte, Erzählung geformt als das experimentellere Original. Wie schon in „Bedways“ findet Kahl starke Bilder und fängt – bei aller Übertreibung – eine durchaus authentische Atmosphäre der Nachtwelt Berlins ein. „Angel Express“ leidet allerdings an seinen schauspielerischen Leistungen, wirken doch nur wenige Darsteller glaubwürdig, was durch die auf dem Papier vielleicht schönen, aber immer klotzigen Dialoge noch verstärkt wird.
Man wünschte sich, Kahl bekäme die Möglichkeit (und die Finanzierung), ein Buch wie „Twelve“ mit einer angemessenen Besetzung zu verfilmen – er hätte im Gegensatz zu den glatten Altherrenfantasien eines Joel Schumacher das Händchen, die richtigen Bilder zu finden und würde andererseits nicht an seinen Drehbüchern und den unzulänglichen Schauspielern scheitern.
3. Der beste Moment:
Eine Szene auf einer Clubtoilette, die exemplarisch für die Stärke von „Angel Express“ steht: dermaßen künstlich und unecht inszeniert, aber im eigenen Wissen darum doch die Atmosphäre punktgenau einfangend.
4. Diese Menschen mögen diesen Film:
Wer wie Kahl denkt: meine Nächte sind schöner als eure Tage.