ROCKER'S AREA
Nun, New Rave, was willste, alter Schwede?
Man muss immer die Intention des NME im Hinterkopf haben und die ist natürlich dass eine geile neue Szene mehr Exemplare verkauft, da brauchen wir uns nichts vorzumachen. Die letzte glückliche NME-Zeit war die Hochzeit des Brit-Pop als es eine Szene, Plattenkäufer, heimische Stars und auch noch Gegenspieler gab, die man auf Cover nehmen konnte und in Interviews gegeneinander hetzte, was diese auch bereitwillig machten – einerseits im Gedenken an britische Traditionen, andererseits weil es wiederum der eigenen Außenwahrnehmung half. So versucht der NME eben jedes Jahr einen Genrepudding an die Wand zu werfen, in der Hoffnung es bliebe mal einer kleben. Das funktioniert mal wie mit der Garage-Punk-Explosion um die Strokes und manchmal so was von überhaupt nicht – oder wer hat 2005 nochmal genau den „Summer Of Ska“ mitbekommen oder im gleichen Frühjahr sich die Finger nach – Achtung! – „Shroomadelica“ geleckt? Eben.
Da wo du hinwillst, kommen wir schon lange her.
Wirft man einen genauen Blick auf New Rave und seine Protagonisten wird schnell klar: im Großen und Ganzen ist "New Rave" nur eine konsequente Weiterführung der Soundentwicklung dieser Dekade: du hattest den Garagen-Punk der Hives, Stripes und Strokes, die in erster Linie The Stooges, MC5, 60ies Garagen-Rock und Velvets spiegelten (also die 60er) wie den CBGB Punk 75/76 zum Vorbild nahmen, dann den britischen Gegenentwurf der Libertines (=The Clash, The Jam, also die Jahre 1977 – 1979), worauf dann die New Wave- (späte 70er, frühe 80er) sowie die Post-Punk-Phase (circa 1979-1983) folgte. Einerseits wurden poppigere Elemente in das Punkgewand (New Wave) integriert, andererseits konnte man eine Zuwendung zu Rhythmik und Tanzbarkeit (Post-Punk) verzeichnen. Franz Ferdinand waren so etwas wie der Brückenkopf dieser beiden Entwicklungen – hier war sowohl Post-Punk als auch New Wave mehr oder minder gleichberechtigt nebeneinander vertreten. Dazwischen, zeitlich leider nicht ganz ordentlich aufgestellt (nämlich 2000-2002), hatten wir noch die Early Electro Phase, die Electroclash genannt wurde, was heute bizarrerweise zu einem Schimpfwort geworden ist, aber sich natürlich immer noch fantastisch anhört.
Oh is this the way they say the future's meant to feel?
Or just 20,000 people standing in a field?
Wirft man einen Blick auf die heute unter New Rave subsumierten Protagonisten, dann sind diese allerdings klar entweder dem Electro-Punk oder dem Post-Punk verhaftet, manchmal eben gefiltert durch die musikalischen Entwicklungen der letzen Jahre, wo insbesondere The Rapture herausstechen, auf die The Sunshine Underground eine beinahe direkte britische Antwort zu sein scheinen. Shitdisco ist klassischer Post-Punk, CSS Electro mit Punkelementen, New Young Pony Club auch nicht so weit weg von dem was Peaches vor einigen Jahren machte.
Lediglich eine Band bringt wirklich neben den absonderlichen Stilverwirrungen etwas Neues zur Party mit und, ja, das sind tatsächlich die Klaxons. Die Strukturen der Klaxons unterscheiden sich von denen der dem klassischen Post-Punk verhafteten Bands, eine Rapture oder Franz Ferdinand Kopie sind sie auch nicht und Electro, ja, den spielen sie letztenendes ebenfalls nicht. Die einzigen, die eine ähnliche Melange auffuhren, aber doch zu sehr im traditionellem (Punk-)Rock-Kontext verankert waren, waren die bereits wieder aufgelösten Test Icicles.
Die frühen Klaxons Songs klangen tatsächlich nach einer Indie/Punk-Version alter KLF-Hits, aus denen man die Stadium-House-Erfahrung, den Massenrave herausgepresst hatte.
I lost my friends, I dance alone
Das heißt: New Rave gibt es nicht oder nur wenn man ihn auf die Klaxons bezieht. Die anderen Jungs und Mädchen machen die gleiche Musik, die Jungs und Mädchen in den letzten Jahren vor ihnen bereits auch gemacht haben, sehen dabei nur in der Mehrzahl etwas lustiger aus. Ob die Klaxons jetzt Sportskameraden finden, denen sie den Neonstab weiterreichen können, ist schwer zu sagen – man muss auf These New Puritans (die wie Klaxons von Angular Records entdeckt/protegiert wurden) oder vielleicht die Xerox Teens warten, doch erstere haben zuviel Joy Division, letztere zuviel The Fall in ihrem Sound, als dass sie wirklich Rave-Abkömmlinge denn partyeske Post-Punk-Bestien sein könnten, zumindest nach den ersten Songs zu urteilen.
Wechsle die Freunde wie andere das Hemd
Ob sie allerdings auch gut damit leben könnten, sich unter New Rave subsumieren zu lassen, wage ich zu bezweifeln. Seit Electroclash gab es keine „Musikszene“ (die es ja eigentlich gar nicht gibt) mehr, die so wackelig scheint. Es sind zu viele Angriffspunkte in Präsentation wie Musik enthalten, so dass ab einem kritischen Punkt der Hype in einen Backlash umkippen wird. Das Internet mit seiner schnelleren Entdeckung von Bands hat auch zu einem noch flotteren You build ’em up – You knock ’em down-Prinzip geführt, was man in Ansätzen sowohl an den Arctic Monkeys als auch an Clap Your Hands wie Tapes n Tapes sehen konnte. Es hat eine ungesunde Geschwindigkeit eingesetzt, die Bands das Genick schneller bricht, als manche „oi!“ sagen können. Die Klaxons werden polarisieren und es werden mit Sicherheit schnell mehr Leute „nein“ als „ja“ sagen.
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New Rave
Dienstag, 02.01.2007 | 45 Kommentare | Christian_alternakid
Butter bei die Fische: was is’ er, was will er, wann geht er wieder? Der NME-Jünger und Experte für britische Musik erzählt.
Eigentlich sollte dies ein lange überfälliger Kommentar zu dem Klaxons-Konzertbericht von Koch werden, der aber dann länger und länger wurde, so dass ich lieber einen neuen Artikel daraus bastelte.. Also vielleicht vorher noch einmal hier lesen, dann weiß man auch worauf ich Bezug nehme.Nun, New Rave, was willste, alter Schwede?
Man muss immer die Intention des NME im Hinterkopf haben und die ist natürlich dass eine geile neue Szene mehr Exemplare verkauft, da brauchen wir uns nichts vorzumachen. Die letzte glückliche NME-Zeit war die Hochzeit des Brit-Pop als es eine Szene, Plattenkäufer, heimische Stars und auch noch Gegenspieler gab, die man auf Cover nehmen konnte und in Interviews gegeneinander hetzte, was diese auch bereitwillig machten – einerseits im Gedenken an britische Traditionen, andererseits weil es wiederum der eigenen Außenwahrnehmung half. So versucht der NME eben jedes Jahr einen Genrepudding an die Wand zu werfen, in der Hoffnung es bliebe mal einer kleben. Das funktioniert mal wie mit der Garage-Punk-Explosion um die Strokes und manchmal so was von überhaupt nicht – oder wer hat 2005 nochmal genau den „Summer Of Ska“ mitbekommen oder im gleichen Frühjahr sich die Finger nach – Achtung! – „Shroomadelica“ geleckt? Eben.
Da wo du hinwillst, kommen wir schon lange her.
Wirft man einen genauen Blick auf New Rave und seine Protagonisten wird schnell klar: im Großen und Ganzen ist "New Rave" nur eine konsequente Weiterführung der Soundentwicklung dieser Dekade: du hattest den Garagen-Punk der Hives, Stripes und Strokes, die in erster Linie The Stooges, MC5, 60ies Garagen-Rock und Velvets spiegelten (also die 60er) wie den CBGB Punk 75/76 zum Vorbild nahmen, dann den britischen Gegenentwurf der Libertines (=The Clash, The Jam, also die Jahre 1977 – 1979), worauf dann die New Wave- (späte 70er, frühe 80er) sowie die Post-Punk-Phase (circa 1979-1983) folgte. Einerseits wurden poppigere Elemente in das Punkgewand (New Wave) integriert, andererseits konnte man eine Zuwendung zu Rhythmik und Tanzbarkeit (Post-Punk) verzeichnen. Franz Ferdinand waren so etwas wie der Brückenkopf dieser beiden Entwicklungen – hier war sowohl Post-Punk als auch New Wave mehr oder minder gleichberechtigt nebeneinander vertreten. Dazwischen, zeitlich leider nicht ganz ordentlich aufgestellt (nämlich 2000-2002), hatten wir noch die Early Electro Phase, die Electroclash genannt wurde, was heute bizarrerweise zu einem Schimpfwort geworden ist, aber sich natürlich immer noch fantastisch anhört.
Oh is this the way they say the future's meant to feel?
Or just 20,000 people standing in a field?
Wirft man einen Blick auf die heute unter New Rave subsumierten Protagonisten, dann sind diese allerdings klar entweder dem Electro-Punk oder dem Post-Punk verhaftet, manchmal eben gefiltert durch die musikalischen Entwicklungen der letzen Jahre, wo insbesondere The Rapture herausstechen, auf die The Sunshine Underground eine beinahe direkte britische Antwort zu sein scheinen. Shitdisco ist klassischer Post-Punk, CSS Electro mit Punkelementen, New Young Pony Club auch nicht so weit weg von dem was Peaches vor einigen Jahren machte.
Lediglich eine Band bringt wirklich neben den absonderlichen Stilverwirrungen etwas Neues zur Party mit und, ja, das sind tatsächlich die Klaxons. Die Strukturen der Klaxons unterscheiden sich von denen der dem klassischen Post-Punk verhafteten Bands, eine Rapture oder Franz Ferdinand Kopie sind sie auch nicht und Electro, ja, den spielen sie letztenendes ebenfalls nicht. Die einzigen, die eine ähnliche Melange auffuhren, aber doch zu sehr im traditionellem (Punk-)Rock-Kontext verankert waren, waren die bereits wieder aufgelösten Test Icicles.
Die frühen Klaxons Songs klangen tatsächlich nach einer Indie/Punk-Version alter KLF-Hits, aus denen man die Stadium-House-Erfahrung, den Massenrave herausgepresst hatte.
I lost my friends, I dance alone
Das heißt: New Rave gibt es nicht oder nur wenn man ihn auf die Klaxons bezieht. Die anderen Jungs und Mädchen machen die gleiche Musik, die Jungs und Mädchen in den letzten Jahren vor ihnen bereits auch gemacht haben, sehen dabei nur in der Mehrzahl etwas lustiger aus. Ob die Klaxons jetzt Sportskameraden finden, denen sie den Neonstab weiterreichen können, ist schwer zu sagen – man muss auf These New Puritans (die wie Klaxons von Angular Records entdeckt/protegiert wurden) oder vielleicht die Xerox Teens warten, doch erstere haben zuviel Joy Division, letztere zuviel The Fall in ihrem Sound, als dass sie wirklich Rave-Abkömmlinge denn partyeske Post-Punk-Bestien sein könnten, zumindest nach den ersten Songs zu urteilen.
Wechsle die Freunde wie andere das Hemd
Ob sie allerdings auch gut damit leben könnten, sich unter New Rave subsumieren zu lassen, wage ich zu bezweifeln. Seit Electroclash gab es keine „Musikszene“ (die es ja eigentlich gar nicht gibt) mehr, die so wackelig scheint. Es sind zu viele Angriffspunkte in Präsentation wie Musik enthalten, so dass ab einem kritischen Punkt der Hype in einen Backlash umkippen wird. Das Internet mit seiner schnelleren Entdeckung von Bands hat auch zu einem noch flotteren You build ’em up – You knock ’em down-Prinzip geführt, was man in Ansätzen sowohl an den Arctic Monkeys als auch an Clap Your Hands wie Tapes n Tapes sehen konnte. Es hat eine ungesunde Geschwindigkeit eingesetzt, die Bands das Genick schneller bricht, als manche „oi!“ sagen können. Die Klaxons werden polarisieren und es werden mit Sicherheit schnell mehr Leute „nein“ als „ja“ sagen.
Kommentare
Elektroclash ist die Pest. Vor allem dann, wenn man Rocker mit dicken Eiern an die Geräte lässt. Das klingt immer scheiße.
mit "c".
ich finde Fischerspooner immer noch klasse, das zweite album ist zum beispiel völlig unterschätzt, nur weil ihnen jemand ein electroclash-e mit kreide auf den rücken gemalt hat. und wie kann man Miss Kittin mit Goldenboy oder The Hacker nicht gutfinden? Console und die Chicks On Speed haben auch electroclashesques gemacht. oder das Ladytron-Debüt? wahnsinnsalbum. A.R.E. Weapons, Dakar & Grinser?
ich finde Fischerspooner immer noch klasse, das zweite album ist zum beispiel völlig unterschätzt, nur weil ihnen jemand ein electroclash-e mit kreide auf den rücken gemalt hat. und wie kann man Miss Kittin mit Goldenboy oder The Hacker nicht gutfinden? Console und die Chicks On Speed haben auch electroclashesques gemacht. oder das Ladytron-Debüt? wahnsinnsalbum. A.R.E. Weapons, Dakar & Grinser?
christian, ich finde deiner beurteilen fehlen 2 dinge: die erkenntnis, dass das "rave" in new rave eben auch was mit disco (im weitesten sinne) und tanzen zu tun hat. und, dass zur szene eben mehr als "nur" die musik gehört. style und solche sachen, you know? ich verweise für diesen aspekt auf den artikel zum thema in der aktuellen de:bug (ich hab zumindest bis vorgestern keine neue finden können).
ich will damit garnicht sagen, dass new rave jetzt das super-langlebige ding wird und your life forever saven wird. aber das, was daran interessant sein könnte, ist eben genau nicht die musikalische verhaftung in was auch immer, da lass ich dir das labeln, sondern eben dieser rückverweis auf die frühe rave-szene.
ich will damit garnicht sagen, dass new rave jetzt das super-langlebige ding wird und your life forever saven wird. aber das, was daran interessant sein könnte, ist eben genau nicht die musikalische verhaftung in was auch immer, da lass ich dir das labeln, sondern eben dieser rückverweis auf die frühe rave-szene.
Dann ist Elektroklesch aber eher Worthülse als Schublade, wenn das alles dazugehört. Ich warte auf "Time-Ihle-Music präsentiert... Das war Elegdroglesch", dann reden wir weiter!
Ich habe im Meatpacking District Mstrkrft und in Greenpoint den DFA-Labelabend gesehen und beides war dermaßen angestaubt und abgestanden, wirklich sehr langweilig und erbärmlich. Die Lichtpunkte, eben Fischerspooner, bestreite ich ganz sicher nicht - aber eben die Substanz des Genres.
Daniel, was bitte soll denn dann electroclash gewesen sein? das wären jetzt m.m. nach sogar alles die vertreter gewesen, auf die man sich ohne abstriche als electoclash einigen kann (ausnahme: console, der natürlich nicht electroclash ist, wenn er rumfrickelt). das DFA-label ist übrigens meiner meinung nach überwiegend eben gerade nicht electroclash, auch Rapture nicht. dass irgendwelche rocker, die sich auf die bühne stellen und keyboard spielen nicht gut sind, ist ja klar. aber nur weil es Anti Nowhere League gab, war auch nicht Punk scheisse.
Linda: ehm, aber du weisst schon, welche Rave szene der namensgeber NME mit New Rave meint? die, die beispielsweise die spex damals mit dem fantastischen Rave On sampler gefeatured hat, also Primal Scream circa Screamadelica als hauptreferenz. Roses, Mondays, Carpets, Charlatans. eben der indie-dance-crossover plus DJ-gone-rockstar-phänomen um leute wie Oakenfold und im allgemeinen als Ort, der den britisch verstanden Rave symbolisiert eben die Hacienda in Manchester (oder ersatzweise das von Jarvis besungene 20.000 people standing in a field, in Sheffield). und auch wenn die musikalische erbschaft eben nicht eindeutig ist, weswegen das "New Rave"-tag, naja, nur so ungefähr passend ist, sind alle in diesen topf geworfenen bands exakt an der gleichen bruchstelle unterwegs: der verbindung von rock und dance. Klaxons live haben ja auch deutlich mehr von einer wild schrammelnden punkband als einem danceact, das klingt ja erst auf platte wirklich nach einer gleichwertigen verbindung.
und die idee, dass Style im kontext der musik der letzten 5 jahre nicht eines der vordringlichsten elemente war, finde ich eigentlich eher lustig. style over substance war doch immer der hauptvorwurf der borinng old farts gegenüber Casablancas oder Doherty. es ist ja nur ein anderer style, logischerweise.
ansonsten war obiges auch keine kritik an den sachen, die unter New Rave subsumiert werden, falls das falsch verstanden wurde. the jury's still out was Klaxons und Konsorten angeht und ich für meinen teil fand bisher jede Klaxons single top und setze große hoffnungen in die Xerox Teens für 2007. nur wollte ich darauf hinweisen, dass der rest der bands, die mit diesem genre-tag belegt wurden, nichts anderes machen als was es seit 5 jahren gibt (was wiederum keine kritik ist). es ist nur ein platter versuch, eine "szene" zu schaffen, in dem ich alte musik in neue schläuche presse, weswegen ich das ganze gebilde auch für wacklig halte. nicht, weil mir die musik nicht gefällt - im gegenteil: das lineup der NME New Rave Tour ist der wahnsinn (CSS, New Young Pony Club, Klaxons, Sunshine Underground), sondern einfach nur objektiv gesagt, dass die einzigen, die davon was wirklich neues machen, die Klaxons sind. deshalb war auch der schlußsatz nicht gegen Klaxons gerichtet, sondern gegen das, was ich erwarte dass passieren wird.
Linda: ehm, aber du weisst schon, welche Rave szene der namensgeber NME mit New Rave meint? die, die beispielsweise die spex damals mit dem fantastischen Rave On sampler gefeatured hat, also Primal Scream circa Screamadelica als hauptreferenz. Roses, Mondays, Carpets, Charlatans. eben der indie-dance-crossover plus DJ-gone-rockstar-phänomen um leute wie Oakenfold und im allgemeinen als Ort, der den britisch verstanden Rave symbolisiert eben die Hacienda in Manchester (oder ersatzweise das von Jarvis besungene 20.000 people standing in a field, in Sheffield). und auch wenn die musikalische erbschaft eben nicht eindeutig ist, weswegen das "New Rave"-tag, naja, nur so ungefähr passend ist, sind alle in diesen topf geworfenen bands exakt an der gleichen bruchstelle unterwegs: der verbindung von rock und dance. Klaxons live haben ja auch deutlich mehr von einer wild schrammelnden punkband als einem danceact, das klingt ja erst auf platte wirklich nach einer gleichwertigen verbindung.
und die idee, dass Style im kontext der musik der letzten 5 jahre nicht eines der vordringlichsten elemente war, finde ich eigentlich eher lustig. style over substance war doch immer der hauptvorwurf der borinng old farts gegenüber Casablancas oder Doherty. es ist ja nur ein anderer style, logischerweise.
ansonsten war obiges auch keine kritik an den sachen, die unter New Rave subsumiert werden, falls das falsch verstanden wurde. the jury's still out was Klaxons und Konsorten angeht und ich für meinen teil fand bisher jede Klaxons single top und setze große hoffnungen in die Xerox Teens für 2007. nur wollte ich darauf hinweisen, dass der rest der bands, die mit diesem genre-tag belegt wurden, nichts anderes machen als was es seit 5 jahren gibt (was wiederum keine kritik ist). es ist nur ein platter versuch, eine "szene" zu schaffen, in dem ich alte musik in neue schläuche presse, weswegen ich das ganze gebilde auch für wacklig halte. nicht, weil mir die musik nicht gefällt - im gegenteil: das lineup der NME New Rave Tour ist der wahnsinn (CSS, New Young Pony Club, Klaxons, Sunshine Underground), sondern einfach nur objektiv gesagt, dass die einzigen, die davon was wirklich neues machen, die Klaxons sind. deshalb war auch der schlußsatz nicht gegen Klaxons gerichtet, sondern gegen das, was ich erwarte dass passieren wird.
allerdings ist natürlich die frage auf was man jetzt Rave bezieht, man kann denke ich auch die dance-ecke dann als Rave sehen, was ich jetzt nur im NME-kontext nicht so denke, aber gut, dann würde ich den an ersten an dich, linda, gerichteten absatz mal etwas einschränken.
natürlich ist mir bewusst, was das rave in diesem kontext bedeutet, aber das heißt ja nicht, dass man das, was aus dem begriff rave wurde, einfach beseite lassen kann. deswegen verwies ich ja auch auf den de:bug-artikel bzw. den ganzen themenkomplex. wenn man dem glauben kann, dann ist new rave eben nicht nur das, was der nme daraus machen will. sondern eben ein ganzer komplex aus parties, magazinen, modemachern, die sich mehr oder minder gerne unter diesem label subsumieren lassen. und wenn man diese weitere sichtweise zulässt (die eben auch einen stärkeren focus auf den dance- und club-aspekt legt), dann kann man auch wegkommen von dieser hype this-attitüde des nme.
nme up my ass!
nme up my ass!
Tja, da kann ich Linda nur die Hände schütteln! Die "New Rave"-Mode, die Partys, die Farben etc. gibt es nicht erst weil da mal die NME irgendwas rumgebrabbelt hat.
ja, aber das hat mit den bands, von denen wir hier sprechen halt nichts zu tun und über was anderes rede ich ja nicht.
der "New Rave" begriff wurde von Joe Daniel erfunden, dem gründer von Angular Records, die ja auch die Klaxons' Debutsingle veröffentlichten. den Begriff hat der NME aufgenommen und von da an gings weiter.
und natürlich gibts die mode/die Farben/die glowsticks schon länger, weil sie ja auch nur ein zitat einer untergegangen epoche sind, ne?
nochmal, mein ding: ich sage nur, dass die bands hier im grunde nicht mehr miteinander zu tun haben, als The Rapture und Fischerspooner vor vier jahren. also nicht viel, außer dass sie sich alle irgendwo an der ecke Rock/Dance sich abarbeiten.
dass nicht nur ich rede, im Guardian ein Artikel von vor einem vierteljahr:
"Did the Machiavellian low dogs at NME HQ make up New Rave in an editorial meeting one wet Tuesday? Perhaps. Nothing excites the weekly music press as much as a breaking scene. But the term itself was actually coined by tour headliners and next-year's-big-things Klaxons."
"Then Klaxons might fulfil their secret dream of becoming the KLF - the last art-pranksters to climb the charts using rave as a stepping stone."
und hier noch mal der Guardian, diesmal mit einer recht negativen attitude dem ganzen gegenüber.
der "New Rave" begriff wurde von Joe Daniel erfunden, dem gründer von Angular Records, die ja auch die Klaxons' Debutsingle veröffentlichten. den Begriff hat der NME aufgenommen und von da an gings weiter.
und natürlich gibts die mode/die Farben/die glowsticks schon länger, weil sie ja auch nur ein zitat einer untergegangen epoche sind, ne?
nochmal, mein ding: ich sage nur, dass die bands hier im grunde nicht mehr miteinander zu tun haben, als The Rapture und Fischerspooner vor vier jahren. also nicht viel, außer dass sie sich alle irgendwo an der ecke Rock/Dance sich abarbeiten.
dass nicht nur ich rede, im Guardian ein Artikel von vor einem vierteljahr:
"Did the Machiavellian low dogs at NME HQ make up New Rave in an editorial meeting one wet Tuesday? Perhaps. Nothing excites the weekly music press as much as a breaking scene. But the term itself was actually coined by tour headliners and next-year's-big-things Klaxons."
"Then Klaxons might fulfil their secret dream of becoming the KLF - the last art-pranksters to climb the charts using rave as a stepping stone."
und hier noch mal der Guardian, diesmal mit einer recht negativen attitude dem ganzen gegenüber.
ahja,die englische Pop-"Bild" Zeitung hat ma wieder n Begriff rausgehauen.
aber christian, wird nicht andersrum ein schuh draus? nme gibt zb. den klaxons dieses label, das aber seinerseits schon wieder länger als stimmung oder so etwas herumgeistert? ich hab jetzt kein zitierfähiges material, das ist auf der anderen seite der erde, aber da werden die klaxons in einen kontext von, wie bereits geschrieben, mode, partyveranstaltung, style und optik im allgemeinen gestellt. und dieser kontext bezieht sich eben nur zum teil auf madchester, sondern mehr auf das, was danach kam, also smileys, neon und den ganzen kram in einem expliziten techno-zusammenhang.
ja, aber dagegen sage ich doch auch überhaupt nichts. wie gesagt, das ist ja vollkommen klar, dass das als zitate (was ich auch nie als kritik meine) einer vergangenen zeit sowieso existierte.
das hier war ja alles NME-kritik von meiner seite aus.
das hier war ja alles NME-kritik von meiner seite aus.
Will jemand Glowsticks? Mein Messie-Mitbewohner hat sowas in rauhen Mengen und jeder erdenklichen Farbe. Oder ne Lavalampe? Hier ist Ausverkauf. Täglich von 9 bis 18 Uhr, wenn er seiner täglichen Arbeit nachgeht.
dann sucht er wieder stundenlang im müll danach :)
defending disco dancing
defending disco dancing
ich sach nur:
2007: house is back.
2007: house is back.
das kann man sich ja leider an drei fingern abzählen. stink-lang-wei-lig! mag nicht mal jemand irgend ein neues gerät erfinden? eines was man sich grad in den kühnsten träumen nicht vorstellen kann? ein paar neue feindbilder? irgendwas? neues?
oh, in eckersdorf wirds langweilig? feindbilder! neues! irgendwas!
martin, du meinst wohl "Nu House"?
"Was ist New Rave?
Rave gab es doch die ganze Zeit. Der Unterschied ist, dass die Leute endlich wieder ausrasten wollen, dass in den Clubs wieder geschrieen wird. Das ist der Rave in New Rave."
Jamie Reynolds in Groove #104
Rave gab es doch die ganze Zeit. Der Unterschied ist, dass die Leute endlich wieder ausrasten wollen, dass in den Clubs wieder geschrieen wird. Das ist der Rave in New Rave."
Jamie Reynolds in Groove #104
hier in thailand ist house schon back. in form von house-remixen von u2- und cranberries-songs. das ist feini-fein. dafür wird hier aber auch gesoffen, dass sich die jugend noch ein scheibchen abschneiden kann.
Kern: Ich denke worauf es bei dem Wort "Rave" ankommt, ist, dass damit nicht Westbams Hirngespinst von der raving Society mit Müllmännern mit Kaffeemaschinen auf dem Buckel gemeint ist. Sondern die ursprüngliche Madchester Rave-Scene von ca. 1989 mit Charlatans, Happy Mondays, Stone Roses.
Aber daran sieht man auch schon wieder, dass der Begriff Scheiße ist und v.a. in Deutschland eine völlig falsche Erwartung weckt.
Aber daran sieht man auch schon wieder, dass der Begriff Scheiße ist und v.a. in Deutschland eine völlig falsche Erwartung weckt.
Is doch immer dasselbe mitm NME. In erster Linie will der mehr Exemplare verkaufen (wie im artikel angemerkt), also schmeisst der mit Kategorisierungsversuchen um sich, um die 16-19 jährigen zu ködern. hat jemand mal so ein shitty guerilla-gigging erlebt, das 2004 so gehypt wurde (eg The Others und die ganze andere wannabe-libertines-posse)? Die sind dort HÖCHSTENS 17, nehmen das unreflektiert auf und fertig der Hype.
Ist man bisschen älter, liest man den NME, findet manches lustig, manches geil, manches gleich mal scheisse (eg Chemical Romance, Towers of London). Wenn so ne Band / Album / Song ein Jahr später immer noch als gut und/oder kredibel befunden wird, dann hat die Band wohl Substanz, dann ist es vielleicht nicht nur ein temporary hype. "The Others" sind weg, guerilla-gigging tot, die libertines (leider) auch, New Rave wirds vielleicht nächstes Jahr um diesselbe zeit sein. Und wenn die Klaxons dann noch ne zweite CD rausbringen und im Kontext eines (vermutlich) neuen Hypes noch Sinn ergeben, dann wird das was mit der Nachhaltigkeit. In Brit-Country wird eben jede woche ne neue Sau durchs Dorf getrieben.
Übrigens ne interessante Sache, dass England so mit "Hype" verbunden wird, und der NME wöchentlich erscheint - wie wird das bei uns mit der Spex alle zwei monate :-(
Aber nein, ich will nicht den NME mit der Spex vergleichen. Trotzdem. Bis hier in Deutschland mal was "einschlägt", ists in england schon wieder vorbei...
Ist man bisschen älter, liest man den NME, findet manches lustig, manches geil, manches gleich mal scheisse (eg Chemical Romance, Towers of London). Wenn so ne Band / Album / Song ein Jahr später immer noch als gut und/oder kredibel befunden wird, dann hat die Band wohl Substanz, dann ist es vielleicht nicht nur ein temporary hype. "The Others" sind weg, guerilla-gigging tot, die libertines (leider) auch, New Rave wirds vielleicht nächstes Jahr um diesselbe zeit sein. Und wenn die Klaxons dann noch ne zweite CD rausbringen und im Kontext eines (vermutlich) neuen Hypes noch Sinn ergeben, dann wird das was mit der Nachhaltigkeit. In Brit-Country wird eben jede woche ne neue Sau durchs Dorf getrieben.
Übrigens ne interessante Sache, dass England so mit "Hype" verbunden wird, und der NME wöchentlich erscheint - wie wird das bei uns mit der Spex alle zwei monate :-(
Aber nein, ich will nicht den NME mit der Spex vergleichen. Trotzdem. Bis hier in Deutschland mal was "einschlägt", ists in england schon wieder vorbei...
kommt dann nach new rave nu rave?
nee, das ist doch das gleiche, du naives junges ding. in england übrigens auch gerne "Neu Rave" genannt.
"Happy New Rave, 20 original top Superhits, natürlich von K-Telllllllllllll!"
gestern Shitdisco live gesehen und muss aufgrund des neuen materials mein "Shitdisco ist klassischer Post-Punk" revidieren. das ging schon sehr eindeutig in die Klaxons richtung, anderer sänger als bei den ersten singles, falsetto stimme und deutlich rave-iger.
und vor allem: verdammt noch mal fantastisch live! im direkten vergleich mit den Klaxons live erheblich besser, hat mich ziemlich weggeblasen. wandelt traumwandlerisch sicher auf dem schalen grat zwischen Punk und Electro. kann ich jedem nur ans herz legen. höhepunkt, natürlich, Disco Blood. woohoo.
und vor allem: verdammt noch mal fantastisch live! im direkten vergleich mit den Klaxons live erheblich besser, hat mich ziemlich weggeblasen. wandelt traumwandlerisch sicher auf dem schalen grat zwischen Punk und Electro. kann ich jedem nur ans herz legen. höhepunkt, natürlich, Disco Blood. woohoo.
Die haben nen neuen sänger? hmmm
nee, sie wechseln die vocals durch. und derjenige der die ersten Singles gesungen hat, zb "Disco Blood", hat eben nicht die vocals bei den Klaxons-artigen songs übernommen. liegt wahrscheinlich daran, dass er schlicht und einfach die höhen nicht hinbekommt. insgesamt singen drei leute bei shitdisco, immer wieder ein anderer.
Was im übrigen ein schöner Bandname ist, fast genausogut wie "The Präfekts" oder "Die Aale".
nenn mich lieber nicht naives junges ding, sonst sag ich noch mehr so sachen. hatte aber ja auch nur die fashinabilisierunhg betroffen.
good grief...i killed a word again
so ein geschwafel um rave und new rave. entweder etwas klingt gut oder nicht. hypes sind scheiße, wenn sie über mundpropaganda hinausgehen. ich will von keinem hype lesen.
achso, nme ist überbewertet. musik klatsch presse, sensationsjournalismus, jubel um nichts.
wow, hal. gott sei dank hat das mal einer gesagt. ich hoffe, das hat der jugend die augen geöffnet!
nee, das sagt nur meine meinung aus. standpunkt vertreten und so, ne? kennst du doch. dass das die jugend schon weiß, ist mir klar.
war ja nicht böse gemeint sondern meine objektive einschätzung der lage.
ja, aber das weiss doch jeder. es geht ja mehr darum, das prinzip NME zu erkennen und zu umarmen.
da gibts ein prinzip??
klar. das prinzip der überhöhung, der affirmation. des bewussten over-the-top-gehens in beinahe jeder hinsicht.
schöne märchen halt.
ebay ist ganz schön am Trend - man kann jetzt auch Nu Rave als Genre eingeben
http://tinyurl.com/2wdlpj
http://tinyurl.com/2wdlpj
Hie auch nochmal der "Tracks" - Bericht zu "Neu Rave"
http://www.youtube.com/watch?v=-fbP7X8djP0
http://www.youtube.com/watch?v=-fbP7X8djP0
in england sind die Klaxons mit dem debutalbum auf platz 2 eingestiegen. dort rollts also... in D immer noch kein releasetermin oder?
... und hier zum tanzboden*
http://www.youtube.com/watch?v=8jZ3ziMFfP4
http://www.youtube.com/watch?v=8jZ3ziMFfP4



