FUTEBOL
...lautet der legendäre Satz von Deutschlands erstem schwarzen Fußballnationalspieler Erwin Kostedde. Für Paul Gascoigne hingegen war sein Nationalmannschaftskapitän Bryan Robson „der einzige Mensch, den ich wirklich bewundere, weil er nach 16 Bier noch Erstligafußball spielen kann“.
Die beiden Aussagen stehen auch für den unterschiedlichen Umgang mit Skandalen und Lebenslust im Profifußball: während in Deutschland ein trinkender Nationalspieler immer noch einen Skandal an sich darstellt, gehört es auf der Insel beinahe zum guten Ton. Die Skandalmaschinerie wird dort erst für wirklich Bedenkliches wie Gruppensexorgien im Trainingslager oder prügelnde Vollidioten (Jonathan Woodgate: Asiaten, Stan Collymore: Frauen) in Gang gesetzt.
Sicherlich ist die Salonfähigkeit des saufenden Profifußballers in Großbritannien auf den großen George Best, den wohl ersten Popstar des Weltfußballs, zurückzuführen. Kein Satz trifft diesen augenzwinkernden Umgang mit dem Laster Alkohol besser als „Ich habe viel von meinem Geld für Alkohol, Frauen und schnelle Autos ausgegeben. Den Rest habe ich einfach verprasst." Auch dürfte die englische Nationalmannschaft neben der Privatmannschaft des ESV Burgtränke Nürnberg das einzige Team sein, bei dem in den letzten 15 Jahren gleich drei Alkoholiker Mannschaftskapitän waren (Bryan Robson, Tony Adams, Paul Gascoigne) Wie ausufernd es sein kann, wenn man mit – dem in der Zwischenzeit trockenen – Paul Gascoigne in einer Mannschaft spielt, zeigt die Episode des Ex-Alkoholikers Paul Merson, der seinen Präsidenten vom FC Middlesborough bat, wechseln zu dürfen, da er einen Rückfall befürchte, weil in der Mannschaft so viel gesoffen wird.
Weniger ernst, dafür umso erstaunlicher ist die Bordellepisode des trunkenen neuen Nationalhelden Wayne Rooney, der einer Prostituierten tatsächlich nach erbrachter Dienstleistung eine Autogrammkarte mit der Widmung „To Charlotte, I shagged u on 28 Dec. Loads of Love. Wayne Rooney.” überließ.
Auch der Anlass, der Ray Parlour auf einer Länderspielreise nach Hongkong eine Nacht in einer Ausnüchterungszelle einbrachte, macht uns brave, unoriginelle Mitteleuropäer nur staunen. Parlour hatte nach sieben Liter Bier (wie die Polizei später feststellte) seinen chinesischen Taxifahrer unablässig Glückskekse in den Nacken geworfen bis dieser ihn völlig entnervt direkt bei einer Polizeistation ablieferte.
Im Dunstkreis des deutschen Fußballs kann nur das Musterbeispiel eines verschleuderten Talents, Ansgar Brinkmann (oder: „der weiße Brasilianer“ wie er zeitlebens genannt wurde) Eskapaden in derartiger Absurditätshöhe vorweisen. Sein Glanzstück war sicherlich ein Blechschadenautounfall in trunkenem Zustand, bei dem er seine verdutzte Beifahrerin, die – wie jeder normale Mensch – sitzen blieb, verließ, indem er überstürzt vom Ort des Geschehens wegrannte (!) und querfeldein, zu Fuß Unfallflucht beging. Die eher lückenhafte Beseitigung von Beweisen und Zeugen (file under: Zurücklassen des eigenen Autos mit darin sitzender Beifahrerin am Unfallort) verhinderte jedoch, dass der weiße Brasilianer ungeschoren davon kam. Aber wie sagte Ansgar doch einst so schön zu SpiegelOnline: „Mit meinen Abmahnungen und Kündigungen könnte ich ein Zimmer tapezieren“ und dribbelte wahrscheinlich geradewegs in die nächste Spelunke.
Wenn dein Mannschaftskapitän bei den anonymen Alkoholikern ist…
14.05.2005 | 0 Kommentare | Christian_alternakid
„Nach meiner Karriere möchte ich nie mehr arbeiten, sondern nur noch am Tresen stehen und saufen“
Die beiden Aussagen stehen auch für den unterschiedlichen Umgang mit Skandalen und Lebenslust im Profifußball: während in Deutschland ein trinkender Nationalspieler immer noch einen Skandal an sich darstellt, gehört es auf der Insel beinahe zum guten Ton. Die Skandalmaschinerie wird dort erst für wirklich Bedenkliches wie Gruppensexorgien im Trainingslager oder prügelnde Vollidioten (Jonathan Woodgate: Asiaten, Stan Collymore: Frauen) in Gang gesetzt.
Sicherlich ist die Salonfähigkeit des saufenden Profifußballers in Großbritannien auf den großen George Best, den wohl ersten Popstar des Weltfußballs, zurückzuführen. Kein Satz trifft diesen augenzwinkernden Umgang mit dem Laster Alkohol besser als „Ich habe viel von meinem Geld für Alkohol, Frauen und schnelle Autos ausgegeben. Den Rest habe ich einfach verprasst." Auch dürfte die englische Nationalmannschaft neben der Privatmannschaft des ESV Burgtränke Nürnberg das einzige Team sein, bei dem in den letzten 15 Jahren gleich drei Alkoholiker Mannschaftskapitän waren (Bryan Robson, Tony Adams, Paul Gascoigne) Wie ausufernd es sein kann, wenn man mit – dem in der Zwischenzeit trockenen – Paul Gascoigne in einer Mannschaft spielt, zeigt die Episode des Ex-Alkoholikers Paul Merson, der seinen Präsidenten vom FC Middlesborough bat, wechseln zu dürfen, da er einen Rückfall befürchte, weil in der Mannschaft so viel gesoffen wird.
Weniger ernst, dafür umso erstaunlicher ist die Bordellepisode des trunkenen neuen Nationalhelden Wayne Rooney, der einer Prostituierten tatsächlich nach erbrachter Dienstleistung eine Autogrammkarte mit der Widmung „To Charlotte, I shagged u on 28 Dec. Loads of Love. Wayne Rooney.” überließ.
Auch der Anlass, der Ray Parlour auf einer Länderspielreise nach Hongkong eine Nacht in einer Ausnüchterungszelle einbrachte, macht uns brave, unoriginelle Mitteleuropäer nur staunen. Parlour hatte nach sieben Liter Bier (wie die Polizei später feststellte) seinen chinesischen Taxifahrer unablässig Glückskekse in den Nacken geworfen bis dieser ihn völlig entnervt direkt bei einer Polizeistation ablieferte.
Im Dunstkreis des deutschen Fußballs kann nur das Musterbeispiel eines verschleuderten Talents, Ansgar Brinkmann (oder: „der weiße Brasilianer“ wie er zeitlebens genannt wurde) Eskapaden in derartiger Absurditätshöhe vorweisen. Sein Glanzstück war sicherlich ein Blechschadenautounfall in trunkenem Zustand, bei dem er seine verdutzte Beifahrerin, die – wie jeder normale Mensch – sitzen blieb, verließ, indem er überstürzt vom Ort des Geschehens wegrannte (!) und querfeldein, zu Fuß Unfallflucht beging. Die eher lückenhafte Beseitigung von Beweisen und Zeugen (file under: Zurücklassen des eigenen Autos mit darin sitzender Beifahrerin am Unfallort) verhinderte jedoch, dass der weiße Brasilianer ungeschoren davon kam. Aber wie sagte Ansgar doch einst so schön zu SpiegelOnline: „Mit meinen Abmahnungen und Kündigungen könnte ich ein Zimmer tapezieren“ und dribbelte wahrscheinlich geradewegs in die nächste Spelunke.
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