INSTITUT FÜR LISTENWESEN
Twitter fiel in die Web2.0-Welt wie aus heiterem Himmel und veränderte diese doch signifikant: Für viele Blogger eröffneten sich neue Möglichkeit der Promotion ihrer Blogs und Texte während andere komplett nach Twitter umzogen und nur noch dort agierten. Denn, bei aller Kürze von 140 Zeichen stellte sich heraus, dass man "hihi, seht euch mal den lustigen Link an" eben auch dort hineinpressen kann. Diverse Medien folgen den Early Adoptern und an den Tweets von intro oder Spex kann man gut sehen, wie es funktioniert.
Aber: Twitter ist immer noch sehr freakig und während "Blog" inzwischen auch unbedarfteren Menschen ein fester Begriff ist, haben doch die wenigsten von Tweets gehört, auch wenn man sich das als Nutzer gerne schönredet. Die Beschränkung auf 140 Zeichen verhindert in den meisten Fällen die Übermittlung von mehr als Aphorismen oder Fragmenten. Ein Programm, mit dem man Twitter auch nutzen kann OHNE 24 Stunden am Rechner zu sitzen gibt es noch nicht (zur Erklärung: die API erlaubt lediglich ein Herunterladen der 20 neusten Tweets, eine Zahl die mit steigennder Zahl an Followern und Gefollowten schnell ein Hindernis wird) und die Benutzbarkeit der Webseite ist grausam (keinerlei Einschränkungsmöglichkeit à la "zeig mir alle Tweets seit meinem letzten Login", keine andere Sortiermöglichkeit als die vorgegebene und der Autofokus auf das Eingabefeld ist die größte Sünde seit der mit dem Apfel und der Schlange).
Dennoch: Wirklich beurteilen kann man es halt nur, wenn man mal selbst eintaucht und die Sinnfrage kann man halt nach wie vor bei ALLEM stellen. Mehr dazu auch bei "Web des Jahres" und "Software des Jahres".
Polarkreis 18 habe ich noch nie wirklich gemocht, beim Uni Open Air 2006 langweilten sie mich doch ein wenig am hellichten Nachmittag mit ihrer Show aus Pathos, Radiohead- und Sigur-Rós-Anleihen. Aber eigentlich war man ja für jede "Indie"-Band aus Deutschland dankbar, auch wenn die Ausführung dann doch eher Abzüge bei der B-Note gab. In diesem Jahr gelang der große Durchbruch mit einer Plattenfirma, die das Geld wohl schubkarrenweise in Redaktionen und Stationen fuhr, um damit die sowieso schon auf Heavy Rotation laufende Kampagne zu "Allein, Allein" noch zusätzlich zu befeuern. Keine Werbepause verging, in der nicht das Allein-Allein-Gewimmer aus dem Fernseher drang. Das zugehörige Video folgte in den Musik-Inseln von Viva und MTV und schon war der Ohrwurm im Kopf und ging da nicht mehr raus, ganz egal wie stark man auf dessen Seite schlug. Etwas fassungslos konnte man noch über den Quatsch-Aufbau mit dem Englisch-Sing-Sang und dem deutsch gebrüllten Refrain mit allen Tricks aus der hohen Kunst des "Hit"-Schreibens (hauchende Chöre, Streicher und Schleim, der aus den Boxen fließt) staunen, bis der Song schließlich auf Platz 1 landete. Lange Rede, kurzer Sinn: Auch in den Zeiten der Krisen lohnt es sich für Plattenfirmen noch, viel zu viel Geld in die Hand zu nehmen, wenn man unbedingt jemanden zum Top-Hit zwingen will. Beruhigend.
02 Twitter
03 Bush-Bashing wird 180°-mäßig zu "Obama ist der Kowalski-Friedensfürst" gedreht
Wärt ihr doch allein geblieben
17.12.2008 | 0 Kommentare | motorhorst | Keine Bewertung
Türchen 13: Hype des Jahres
Aber: Twitter ist immer noch sehr freakig und während "Blog" inzwischen auch unbedarfteren Menschen ein fester Begriff ist, haben doch die wenigsten von Tweets gehört, auch wenn man sich das als Nutzer gerne schönredet. Die Beschränkung auf 140 Zeichen verhindert in den meisten Fällen die Übermittlung von mehr als Aphorismen oder Fragmenten. Ein Programm, mit dem man Twitter auch nutzen kann OHNE 24 Stunden am Rechner zu sitzen gibt es noch nicht (zur Erklärung: die API erlaubt lediglich ein Herunterladen der 20 neusten Tweets, eine Zahl die mit steigennder Zahl an Followern und Gefollowten schnell ein Hindernis wird) und die Benutzbarkeit der Webseite ist grausam (keinerlei Einschränkungsmöglichkeit à la "zeig mir alle Tweets seit meinem letzten Login", keine andere Sortiermöglichkeit als die vorgegebene und der Autofokus auf das Eingabefeld ist die größte Sünde seit der mit dem Apfel und der Schlange).
Dennoch: Wirklich beurteilen kann man es halt nur, wenn man mal selbst eintaucht und die Sinnfrage kann man halt nach wie vor bei ALLEM stellen. Mehr dazu auch bei "Web des Jahres" und "Software des Jahres".
Polarkreis 18 habe ich noch nie wirklich gemocht, beim Uni Open Air 2006 langweilten sie mich doch ein wenig am hellichten Nachmittag mit ihrer Show aus Pathos, Radiohead- und Sigur-Rós-Anleihen. Aber eigentlich war man ja für jede "Indie"-Band aus Deutschland dankbar, auch wenn die Ausführung dann doch eher Abzüge bei der B-Note gab. In diesem Jahr gelang der große Durchbruch mit einer Plattenfirma, die das Geld wohl schubkarrenweise in Redaktionen und Stationen fuhr, um damit die sowieso schon auf Heavy Rotation laufende Kampagne zu "Allein, Allein" noch zusätzlich zu befeuern. Keine Werbepause verging, in der nicht das Allein-Allein-Gewimmer aus dem Fernseher drang. Das zugehörige Video folgte in den Musik-Inseln von Viva und MTV und schon war der Ohrwurm im Kopf und ging da nicht mehr raus, ganz egal wie stark man auf dessen Seite schlug. Etwas fassungslos konnte man noch über den Quatsch-Aufbau mit dem Englisch-Sing-Sang und dem deutsch gebrüllten Refrain mit allen Tricks aus der hohen Kunst des "Hit"-Schreibens (hauchende Chöre, Streicher und Schleim, der aus den Boxen fließt) staunen, bis der Song schließlich auf Platz 1 landete. Lange Rede, kurzer Sinn: Auch in den Zeiten der Krisen lohnt es sich für Plattenfirmen noch, viel zu viel Geld in die Hand zu nehmen, wenn man unbedingt jemanden zum Top-Hit zwingen will. Beruhigend.
Jahresliste Hypes
01 Polarkreis 18 - Allein, Allein02 Twitter
03 Bush-Bashing wird 180°-mäßig zu "Obama ist der Kowalski-Friedensfürst" gedreht
Reihe
Jahresrückblick 2008
02.01.2009 - Ätsch bätsch, die Kategorie ist ja fast noch wichtiger
02.01.2009 - Die wichtigste Kategorie überhaupt
02.01.2009 - Der Endspurt
29.12.2008 - Das kauf ich Euch nicht ab
28.12.2008 - Tip-Top-Alben. Die muss man doch haben!
28.12.2008 - Der Musik-Rest
28.12.2008 - Gejammer und Krawall
22.12.2008 - Affen, Vögel und Edelgase
22.12.2008 - Super-Pinsel! Das muss man doch haben!
17.12.2008 - Wärt ihr doch allein geblieben
17.12.2008 - Irgendwie landet man dann immer beim DFB
15.12.2008 - Things In A Book
11.12.2008 - Von Hennes und Hitzl
11.12.2008 - Wir flashen jedes Weekend und alles just for you
08.12.2008 - Dann mach halt Du Vorstand, Du Pressack!
08.12.2008 - Der Webstuhl des Kristallschädels
07.12.2008 - Alte Bekannte statt neuer Heroen
05.12.2008 - Was wäre des Auflegen ohne de M...ohne de M... ohne de M..?
04.12.2008 - Just Another WordPress Weblog
04.12.2008 - Und dann noch Attwenger!
03.12.2008 - Mein schwules Gucci-Orakel ist ein bisschen kaputt.
02.12.2008 - Große Alte - ja, Amerikanische Götter - bitte nicht!
02.01.2009 - Die wichtigste Kategorie überhaupt
02.01.2009 - Der Endspurt
29.12.2008 - Das kauf ich Euch nicht ab
28.12.2008 - Tip-Top-Alben. Die muss man doch haben!
28.12.2008 - Der Musik-Rest
28.12.2008 - Gejammer und Krawall
22.12.2008 - Affen, Vögel und Edelgase
22.12.2008 - Super-Pinsel! Das muss man doch haben!
17.12.2008 - Wärt ihr doch allein geblieben
17.12.2008 - Irgendwie landet man dann immer beim DFB
15.12.2008 - Things In A Book
11.12.2008 - Von Hennes und Hitzl
11.12.2008 - Wir flashen jedes Weekend und alles just for you
08.12.2008 - Dann mach halt Du Vorstand, Du Pressack!
08.12.2008 - Der Webstuhl des Kristallschädels
07.12.2008 - Alte Bekannte statt neuer Heroen
05.12.2008 - Was wäre des Auflegen ohne de M...ohne de M... ohne de M..?
04.12.2008 - Just Another WordPress Weblog
04.12.2008 - Und dann noch Attwenger!
03.12.2008 - Mein schwules Gucci-Orakel ist ein bisschen kaputt.
02.12.2008 - Große Alte - ja, Amerikanische Götter - bitte nicht!
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