ROCKER'S AREA
Eines vorneweg: Wackelfrei und rutschfest. Auch bei stärkster Beanspruchung. Ohne Gummi und Flex-Bügel. So muss eine richtige Brille sitzen.
Das Café des AKW in Würzburg ist noch ziemlich leer und die Platzwahl dementsprechend frei, als wir kurz nach acht eintreffen. Auch die Halle zeigt sich noch ziemlich jungräulich, und deshalb fällt die Entscheidung recht leicht: Erst noch ein kühles Hofbräu-Pils an der Theke einzunehmen, bevor es Konzertmäßig losgehen soll.
Ms. John Soda spielt heute. Und die Überlegung liegt nahe, wie viele Leute für diese Band wohl den Weg ins AKW finden ... Anfangs liegen die Bedenken noch recht hoch, dass man eventuell ein kleines Sit-in veranstalten kann. Zum Glück löst sich diese Vorstellung in Wohlgefallen auf: Die Indie-Crowd weiß schon, in welchen Gruppen die wahren Helden spielen. Ich bin gespannt auf Micha Acher. Nachdem ich ihn bei einem Auftritt mit 13&God zum ersten mal bewundern durfte, fiebere ich den heißen Headbangereien zur Melodieseligkeit von Ms. JS entgegen. Vorher ist aber erst noch ein anderer Musiker der 13&God-Kollaboration dran. Jel nennt sich der Typ, der noch vor eine relative leere Tanzfläche tritt – und mit sphärigen Soundschnippseln unterlegte Beats erzeugt: Schnelle Handbewegungen auf ein Drum-Pad lassen rythmische Anticonsoundeligkeiten aufs Trommelfell tanzen. Das sieht nicht nur ungewöhnlich aus – es klingt vor allem ziemlich gut. Im Verlaufe seines Auftritts füllt sich auch das AKW sehr angenehm und die kleine Fanbase Jels bringt die richtige Stimmung aufs Parkett. Bei einigen Songs ist bereits Stefanie Böhms Gesang zu erkennen – Ms. John Sodas sanfte Stimme.
Nach einer angenehm kurzen Umbaupause treten dann auch Frau Böhm, Herr Acher und ihre zwei Begleitmusiker auf die Bühne. „Nod On Hold“ ist das Eröffnungsstück und becirct die Ohren noch am ehesten wie auf Platte. Die anderen Stücke des neuen Albums „Notes And The Like“ klingen wesentlich roher als von der Konserve: Das liegt vor allem daran, dass nur sehr wenige Soundfrickeleien von den mitgebrachten PowerBooks eingespeist werden – das Augenmerk liegt ganz klar auf einer traditionellen Instrumentierung: Bass, Schlagzeug, Gitarre, Synth und noch mal Bass. Das klingt für meine Ohren auch ziemlich überzeugend. Einzig und allein das letzte Stück vor der Zugabe erfüllt meine Erwartungen nicht: „No. One“ klingt im elektronischen Gewand für mich einfach wesentlich stärker. Und noch eine Enttäuschung: Stefanie Böhms Gesang mag auf Platte relativ gut funktionieren, bei ihrem Auftritt fand ich ihn erschreckend dünn – und vielleicht ein wenig zu sehr zurückgemischt. Auch mehr als eine Zugabe hätte es geben können, aber vielleicht hat da das AKW irgendwelche Auflagen zu erfüllen ...
Nichtsdestotrotz: Es war ein schönes Konzert, mit einigen kleinen Schönheitsfehlern, die aber leicht zu verschmerzen waren. Der Gesamtauftritt von Ms. JS war also super, der Sound durchgehend sauber und gut gemischt (bis auf SBs Stimme).
Eins hinten nach: Micha Acher hat wieder seien Platz auf der rechten Bühnenseite und schüttelt den Kopf wie in besten Hardcore-Tagen. Wahnsinn, sollte man gesehen haben. Vor allem auch, wie perfekt seine Brille bei aller Heftigkeit auf der Nase sitzen bleibt. Echt beeindruckend.
Tipp: Nächsten Samstag nach Erlangen ins E-Werk gehen und selbst überzeugen!
Wackelfrei und rutschfest
20.03.2006 | 1 Kommentar | barracuda
Ms. John Soda
18/03/06, Würzburg, AKW
18/03/06, Würzburg, AKW
Das Café des AKW in Würzburg ist noch ziemlich leer und die Platzwahl dementsprechend frei, als wir kurz nach acht eintreffen. Auch die Halle zeigt sich noch ziemlich jungräulich, und deshalb fällt die Entscheidung recht leicht: Erst noch ein kühles Hofbräu-Pils an der Theke einzunehmen, bevor es Konzertmäßig losgehen soll.
Ms. John Soda spielt heute. Und die Überlegung liegt nahe, wie viele Leute für diese Band wohl den Weg ins AKW finden ... Anfangs liegen die Bedenken noch recht hoch, dass man eventuell ein kleines Sit-in veranstalten kann. Zum Glück löst sich diese Vorstellung in Wohlgefallen auf: Die Indie-Crowd weiß schon, in welchen Gruppen die wahren Helden spielen. Ich bin gespannt auf Micha Acher. Nachdem ich ihn bei einem Auftritt mit 13&God zum ersten mal bewundern durfte, fiebere ich den heißen Headbangereien zur Melodieseligkeit von Ms. JS entgegen. Vorher ist aber erst noch ein anderer Musiker der 13&God-Kollaboration dran. Jel nennt sich der Typ, der noch vor eine relative leere Tanzfläche tritt – und mit sphärigen Soundschnippseln unterlegte Beats erzeugt: Schnelle Handbewegungen auf ein Drum-Pad lassen rythmische Anticonsoundeligkeiten aufs Trommelfell tanzen. Das sieht nicht nur ungewöhnlich aus – es klingt vor allem ziemlich gut. Im Verlaufe seines Auftritts füllt sich auch das AKW sehr angenehm und die kleine Fanbase Jels bringt die richtige Stimmung aufs Parkett. Bei einigen Songs ist bereits Stefanie Böhms Gesang zu erkennen – Ms. John Sodas sanfte Stimme.
Nach einer angenehm kurzen Umbaupause treten dann auch Frau Böhm, Herr Acher und ihre zwei Begleitmusiker auf die Bühne. „Nod On Hold“ ist das Eröffnungsstück und becirct die Ohren noch am ehesten wie auf Platte. Die anderen Stücke des neuen Albums „Notes And The Like“ klingen wesentlich roher als von der Konserve: Das liegt vor allem daran, dass nur sehr wenige Soundfrickeleien von den mitgebrachten PowerBooks eingespeist werden – das Augenmerk liegt ganz klar auf einer traditionellen Instrumentierung: Bass, Schlagzeug, Gitarre, Synth und noch mal Bass. Das klingt für meine Ohren auch ziemlich überzeugend. Einzig und allein das letzte Stück vor der Zugabe erfüllt meine Erwartungen nicht: „No. One“ klingt im elektronischen Gewand für mich einfach wesentlich stärker. Und noch eine Enttäuschung: Stefanie Böhms Gesang mag auf Platte relativ gut funktionieren, bei ihrem Auftritt fand ich ihn erschreckend dünn – und vielleicht ein wenig zu sehr zurückgemischt. Auch mehr als eine Zugabe hätte es geben können, aber vielleicht hat da das AKW irgendwelche Auflagen zu erfüllen ...
Nichtsdestotrotz: Es war ein schönes Konzert, mit einigen kleinen Schönheitsfehlern, die aber leicht zu verschmerzen waren. Der Gesamtauftritt von Ms. JS war also super, der Sound durchgehend sauber und gut gemischt (bis auf SBs Stimme).
Eins hinten nach: Micha Acher hat wieder seien Platz auf der rechten Bühnenseite und schüttelt den Kopf wie in besten Hardcore-Tagen. Wahnsinn, sollte man gesehen haben. Vor allem auch, wie perfekt seine Brille bei aller Heftigkeit auf der Nase sitzen bleibt. Echt beeindruckend.
Tipp: Nächsten Samstag nach Erlangen ins E-Werk gehen und selbst überzeugen!
Bewertungen
Kommentare
20.03.2006
23.15 Uhr
23.15 Uhr
akw hat keine Sperrstunde. lag also an der Band, dass mit Zugabe nicht so viel ging. oder am Publikum.
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