FUTEBOL
Tag 1: Südafrika - Mexiko 1:1 (0:0)
Erwartungen: Südafrika hätte ich zuvor nur Außenseiterchancen in der Gruppe A eingeräumt, da mit Frankreich und Mexiko zwar keine WM-Favoriten, aber zumindest regelmäßige KO-Rundenteilnehmer für die Plätze 1-2 vorbestimmt zu sein schienen. Bitter wäre das sicher für den Gastgeber und natürlich auch für dieganze Region den ganzen Kontinent, aber eben auch nicht komplett auszuschließen.
Das Spiel: Die erste Halbzeit war voller Unzulänglichkeiten (vor allem die ersten Torwartaktionen waren haarsträubend, auch wenn die Fachleute im Bayreuther WM-Studio die Hauptschuld natürlich fachkundig Herrn Jabulani zuschieben wollten). Mexiko dominierte die Partie in punkto Ballbesitz, konnte aber gar nichts mit dem Ball anfangen, wenn es Richtung 16-Meter-Raum ging. Südafrika benötigte gefühlte 30 Minuten, um über die Mittellinie zu kommen. In der zweiten Halbzeit änderte sich das glücklicherweise ein wenig, vor allem nach dem sehenswerten Treffer durch den Spieler mit dem hörenswerten Namen Tshabalala. Der Ausgleich durch Mexiko war wiederum ein taktisches Meisterwerk der gegnerischen Abwehr, da Abseitsfallen eher selten so erfolgreich sind, dass sich gleich drei Gegenspieler plus Ball frei vor dem Tor vorfinden.
Das Ergebnis: Ging in Ordnung, auch wenn Südafrika noch die Großchance nach dem sehenswerten Antritt von Mphela hatte, die mit einem Außenpfostentreffer endete. Für die Veranstalter aber sicher ein gutes Ergebnis, das alle Chancen offen lässt. Hätte man dieses Spiel verloren, wäre meine völlig überzogene seherische Einschätzung gewesen "Damit ist das Turnier für sie beendet". Von Mexiko hingegegn bin ich bitter enttäuscht, da ich hier eine eingespielte Mannschaft erwartet hatte, worauf auch die guten Testspielergebnisse hingedeutet hatten.
Reporter des Spiels: Das 1:0 für Südafrika mit dem 1:0 für Deutschland gegen Costa Rica durch Philipp Lahm zu vergleichen, setzt völlig neue Maßstäbe für die Bezeichnung "hanebüchen". Der Schuss ging in den Winkel und er war die 1:0-Führung für die Heimmannschaft. Wenn das schon für so einen Vergleich reicht, hätte man auch 7.423 andere Tore seit 2006 dafür heranziehen können. Unfassbar.
Stimmung: Also wenn die ausgelassene afrikanische Atmosphäre dadurch erzeugt wird, dass 90 Minuten auf der Vuvuzela ein monotoner, einschläfernder Brummton geblasen wird, dann herzlichen Glückwunsch. Trommeln, Trillerpfeifen, Blaskapellen - alles wäre besser als dieses stumpfsinnige Tröten, welches jede Euphorie im Keim erstickt. Bereits im Vorfeld wurde viel über die Instrumente gejammert, dass es so schlimm werden würde, konnte ich mir aber nicht vorstellen.
Und sonst: Das Schiedsrichtergespann war trotz obskurer Herkunft sehr souverän, erkannte die strittigen Situationen (Abseits, vor allem das mexikanische Abseitstor) alle richtig und traf die richtigen Entscheidungen.
Spielnote: 4,5
Spieler des Spiels: Giovani dos Santos (Mexiko)
Frankreich - Uruguay 0:0
Erwartungen: Auf Frankreich waren alle ein wenig gespannt, da man die irgendwie gar nicht auf der Favoritenliste hat, sie aber seit Jahren über interessante Spieler verfügten. Dazu sind sie immerhin amtierender Vizeweltmeister. Die Urus waren für niemanden ein beschriebenes Blatt, lediglich Diego Forlan der breiten Masse bekannt, weswegen sie einer alten Tradition zufolge einfach mal als "die unfairen Treter aus Südamerika" eingeschätzt wurden.
Das Spiel: Ganz schnell waren sämtliche Vorbehalte gegenüber der Eröffnungspartie vergessen. Denn dieses Spiel hier war eine Qual anzuschauen. Als einzige erinnernswerte Aktion vor dem Tor bleibt mir der direkte Freistoß von Gourkoff in Erinnerung, der genau den Weg ins kurze Dreieck gefunden hätte. Allerdings war Muslera hier hervorragend auf dem P(f)osten. Bei Uruguay denke ich an gute Ballkontrolle durch Diego Forlan, der aber zu weit hängend spielte, um auch vor dem Tor entscheidende Akzente zu setzen. Ribéry zuzusehen war eine Tragödie, mehr will ich dazu nicht schreiben.
Das Ergebnis: Unverdient. Für so ein Spiel sollte niemand einen Punkt bekommen.
Schiedsrichter: Erstaunlich, wenn gerade ich schon zum zweiten Mal die Schiedsrichter heraushebe, aber auch das war wieder eine solide Leistung (was natürlich anders aussieht, wenn der Freistoß in der Nachspielzeit ins Tor geht), auch wenn der Herr aus Japan zu Beginn ein wenig zu freizügig mit gelben Karten war. Die gelb-rote Karte war jedenfalls angebracht, eventuell hätte man auch direkt Rot zücken müssen.
Reporter des Spiels: Ich finde es ja gut, wenn man Jürgen Klinsmann von der Straße holt und bei RTL ins Studio setzt, aber ich hätte dennoch jemanden bevorzugt, der etwas mit Fußball zu tun oder davon Ahnung gehabt hätte. Oder schon mal was mit Fußball gemacht hätte, einen Trainer zum Beispiel. Oder Franziska von Almsick, aber die war ja schon bei der ARD.
Stimmung: Etwas weniger Vuvuzelas. Etwas.
Spielnote: 5,5 (allerdings ist dann die Frage, was passieren muss, um ein Spiel mit 6 zu bewerten)
Spieler des Spiels: Für mich Gourkoff, auch wenn dessen Aktionen stellenweise als unglücklich bezeichnet wurden (nicht zu unrecht).
Fazit Tag 1
War man durch die erfolgreiche Bayern-Saison in der Champions League recht verwöhnt durch hochklassige Mannschaften voller Stars und Spieler, die genau ihre Rolle spielen, so wurde man schon durch die ersten beiden Spiele auf den Boden der Tatsachen zurück geholt. Man wird sich wohl damit anfreunden müssen, keine Nationalmannschaft zu erleben, die auch nur annähernd mit den großen Vereinsmannschaften mithalten könnte.
Auch wenn Teams wie Spanien, Brasilien, Argentinien oder England noch kommen werden, so wird man wohl keine erleben, die einer taktischen Meistermannschaft wie z.B. Inter Mailand Paroli bieten könnte. Bei Inter Mailand im CL-Finale eine Schwachstelle zu finden war ein Ding der Unmöglichkeit. Jeder Spieler wusste 100%, wie er seine Position zu spielen hatte und eine Überlegung, wer wohl noch besser als der auf dem Feld Stehende geeignet wäre, war obsolet. Bei den Nationalmannschafren gibt es überall Schwachstellen (bei den ersten vier Mannschaften hätte man auch sagen können: nur).
Aber keine Panik, kein Verzagen. Wenn schon nicht durch Klasse, so wird die Spannung und Atmosphäre bei der WM durch andere Elemente erzeugt werden, die so typisch sind, wenn Nationalmannschaften gegeneinander spielen. Es sind die archaischen Gefühle, die automatisch für Erregung und dieses Prickeln in den Fingerspitzen beim Zuschauer sorgen werden: Hass, Neid, Rassismus und Missgunst. Sport frei!
Typische Auftaktspiele oder Spannend ist was anderes
12.06.2010 | 0 Kommentare | motorhorst | Keine Bewertung
Die ersten beiden Partien holten den ein oder anderen auf den fußballkünstlerischen Boden zurück. Der Raum nach oben ist in der Gruppe A noch sehr groß und offen.
Erwartungen: Südafrika hätte ich zuvor nur Außenseiterchancen in der Gruppe A eingeräumt, da mit Frankreich und Mexiko zwar keine WM-Favoriten, aber zumindest regelmäßige KO-Rundenteilnehmer für die Plätze 1-2 vorbestimmt zu sein schienen. Bitter wäre das sicher für den Gastgeber und natürlich auch für die
Das Spiel: Die erste Halbzeit war voller Unzulänglichkeiten (vor allem die ersten Torwartaktionen waren haarsträubend, auch wenn die Fachleute im Bayreuther WM-Studio die Hauptschuld natürlich fachkundig Herrn Jabulani zuschieben wollten). Mexiko dominierte die Partie in punkto Ballbesitz, konnte aber gar nichts mit dem Ball anfangen, wenn es Richtung 16-Meter-Raum ging. Südafrika benötigte gefühlte 30 Minuten, um über die Mittellinie zu kommen. In der zweiten Halbzeit änderte sich das glücklicherweise ein wenig, vor allem nach dem sehenswerten Treffer durch den Spieler mit dem hörenswerten Namen Tshabalala. Der Ausgleich durch Mexiko war wiederum ein taktisches Meisterwerk der gegnerischen Abwehr, da Abseitsfallen eher selten so erfolgreich sind, dass sich gleich drei Gegenspieler plus Ball frei vor dem Tor vorfinden.
Das Ergebnis: Ging in Ordnung, auch wenn Südafrika noch die Großchance nach dem sehenswerten Antritt von Mphela hatte, die mit einem Außenpfostentreffer endete. Für die Veranstalter aber sicher ein gutes Ergebnis, das alle Chancen offen lässt. Hätte man dieses Spiel verloren, wäre meine völlig überzogene seherische Einschätzung gewesen "Damit ist das Turnier für sie beendet". Von Mexiko hingegegn bin ich bitter enttäuscht, da ich hier eine eingespielte Mannschaft erwartet hatte, worauf auch die guten Testspielergebnisse hingedeutet hatten.
Reporter des Spiels: Das 1:0 für Südafrika mit dem 1:0 für Deutschland gegen Costa Rica durch Philipp Lahm zu vergleichen, setzt völlig neue Maßstäbe für die Bezeichnung "hanebüchen". Der Schuss ging in den Winkel und er war die 1:0-Führung für die Heimmannschaft. Wenn das schon für so einen Vergleich reicht, hätte man auch 7.423 andere Tore seit 2006 dafür heranziehen können. Unfassbar.
Stimmung: Also wenn die ausgelassene afrikanische Atmosphäre dadurch erzeugt wird, dass 90 Minuten auf der Vuvuzela ein monotoner, einschläfernder Brummton geblasen wird, dann herzlichen Glückwunsch. Trommeln, Trillerpfeifen, Blaskapellen - alles wäre besser als dieses stumpfsinnige Tröten, welches jede Euphorie im Keim erstickt. Bereits im Vorfeld wurde viel über die Instrumente gejammert, dass es so schlimm werden würde, konnte ich mir aber nicht vorstellen.
Und sonst: Das Schiedsrichtergespann war trotz obskurer Herkunft sehr souverän, erkannte die strittigen Situationen (Abseits, vor allem das mexikanische Abseitstor) alle richtig und traf die richtigen Entscheidungen.
Spielnote: 4,5
Spieler des Spiels: Giovani dos Santos (Mexiko)
Frankreich - Uruguay 0:0
Erwartungen: Auf Frankreich waren alle ein wenig gespannt, da man die irgendwie gar nicht auf der Favoritenliste hat, sie aber seit Jahren über interessante Spieler verfügten. Dazu sind sie immerhin amtierender Vizeweltmeister. Die Urus waren für niemanden ein beschriebenes Blatt, lediglich Diego Forlan der breiten Masse bekannt, weswegen sie einer alten Tradition zufolge einfach mal als "die unfairen Treter aus Südamerika" eingeschätzt wurden.
Das Spiel: Ganz schnell waren sämtliche Vorbehalte gegenüber der Eröffnungspartie vergessen. Denn dieses Spiel hier war eine Qual anzuschauen. Als einzige erinnernswerte Aktion vor dem Tor bleibt mir der direkte Freistoß von Gourkoff in Erinnerung, der genau den Weg ins kurze Dreieck gefunden hätte. Allerdings war Muslera hier hervorragend auf dem P(f)osten. Bei Uruguay denke ich an gute Ballkontrolle durch Diego Forlan, der aber zu weit hängend spielte, um auch vor dem Tor entscheidende Akzente zu setzen. Ribéry zuzusehen war eine Tragödie, mehr will ich dazu nicht schreiben.
Das Ergebnis: Unverdient. Für so ein Spiel sollte niemand einen Punkt bekommen.
Schiedsrichter: Erstaunlich, wenn gerade ich schon zum zweiten Mal die Schiedsrichter heraushebe, aber auch das war wieder eine solide Leistung (was natürlich anders aussieht, wenn der Freistoß in der Nachspielzeit ins Tor geht), auch wenn der Herr aus Japan zu Beginn ein wenig zu freizügig mit gelben Karten war. Die gelb-rote Karte war jedenfalls angebracht, eventuell hätte man auch direkt Rot zücken müssen.
Reporter des Spiels: Ich finde es ja gut, wenn man Jürgen Klinsmann von der Straße holt und bei RTL ins Studio setzt, aber ich hätte dennoch jemanden bevorzugt, der etwas mit Fußball zu tun oder davon Ahnung gehabt hätte. Oder schon mal was mit Fußball gemacht hätte, einen Trainer zum Beispiel. Oder Franziska von Almsick, aber die war ja schon bei der ARD.
Stimmung: Etwas weniger Vuvuzelas. Etwas.
Spielnote: 5,5 (allerdings ist dann die Frage, was passieren muss, um ein Spiel mit 6 zu bewerten)
Spieler des Spiels: Für mich Gourkoff, auch wenn dessen Aktionen stellenweise als unglücklich bezeichnet wurden (nicht zu unrecht).
Fazit Tag 1
War man durch die erfolgreiche Bayern-Saison in der Champions League recht verwöhnt durch hochklassige Mannschaften voller Stars und Spieler, die genau ihre Rolle spielen, so wurde man schon durch die ersten beiden Spiele auf den Boden der Tatsachen zurück geholt. Man wird sich wohl damit anfreunden müssen, keine Nationalmannschaft zu erleben, die auch nur annähernd mit den großen Vereinsmannschaften mithalten könnte.
Auch wenn Teams wie Spanien, Brasilien, Argentinien oder England noch kommen werden, so wird man wohl keine erleben, die einer taktischen Meistermannschaft wie z.B. Inter Mailand Paroli bieten könnte. Bei Inter Mailand im CL-Finale eine Schwachstelle zu finden war ein Ding der Unmöglichkeit. Jeder Spieler wusste 100%, wie er seine Position zu spielen hatte und eine Überlegung, wer wohl noch besser als der auf dem Feld Stehende geeignet wäre, war obsolet. Bei den Nationalmannschafren gibt es überall Schwachstellen (bei den ersten vier Mannschaften hätte man auch sagen können: nur).
Aber keine Panik, kein Verzagen. Wenn schon nicht durch Klasse, so wird die Spannung und Atmosphäre bei der WM durch andere Elemente erzeugt werden, die so typisch sind, wenn Nationalmannschaften gegeneinander spielen. Es sind die archaischen Gefühle, die automatisch für Erregung und dieses Prickeln in den Fingerspitzen beim Zuschauer sorgen werden: Hass, Neid, Rassismus und Missgunst. Sport frei!
Kommentare
Bisher gibt es noch keine Kommentare zu diesem Artikel.Bewertungen
Bisher wurde dieser Artikel noch nicht bewertet.Als Mitglied der motorjugend mit dem Rang Blicker oder mehr kannst Du an dieser Stelle einen Kommentar zu dieser Text abgeben und andere Kommentare kommentieren.

