MEDIALES
Seit dem 12. Januar ist das Streamingangebot von rdio.com nun auch in Deutschland verfügbar. Ein Ersatz für alle, die auch über 3 Jahre nach Start des Dienstes in Schweden noch darauf warten, dass Spotify auch hierzlande verfübar wird oder gar eine bessere Alternative?
Nachdem sich Bitkom und GEMA im Dezember 2011 - für viele immer noch völlig unglaublicherweise und fassungslosmachend - geeinigt hatten, scheint nun auch in Deutschland der Weg für die On-Demand-Stationen im Netz frei zu sein.
Der erste Eindruck nach Registrierung oder Login über den bereits bestehenden Facebook-Account ist sehr gut:
Die Bedienung ist sehr einfach, mit Hilfe der Suche findet man Künstler oder Alben, kann diese zu seiner Sammlung (quasi dem virtuellen eigenen Plattenregal) hinzufügen und/oder sofort abspielen. Sind bereits Freunde angemeldet, kann diesen gefolgt werden. Wenn nicht, so folgt man eben einigen Experten, d.h. Medien wie Pitchfork oder dem Musikexpress, Labels wie Sub Pop oder Thrill Jockey oder auch direkt Künstlern wie z.B. Of Montreal. Auf der Startseite erstellt sich so dann eine Aktivitätsliste ähnlich der Liste aller Unwichtigkeiten bei Facebook, wo man dann erfährt, wer gerade was hört, seiner Sammlung hinzufügt oder eine Playlist erstellt hat. Dieser Community- und Empfehlungsservice ist sehr positiv zu werten.
Die ersten 7 Tage der Nutzung sind kostenlos, dananch erhält man für nur 4,99 Euro im Monat die Möglichkeit, unbegrenzt Streams zu hören. Für zusätzliche 5,- Euro also insgesamt 9,99 Euro kann man darüber hinaus Musik auf mobile Geräte synchronisieren und diese dann quasi auch offline irgendwohin mitnehmen (Voraussetzung ist hier die installierte App auf einem kompatiblen Gerät). Das sind sehr faire Preise, die ich im Idealfall gerne sofort zahlen würde.
Wie sieht nach all dem Lob die Praxis aus? Ähnlich wie bei verwandten Produkten (z.B. simfy) sind die Einschränkungen relativ schnell - aber leider nicht schnell genug - sichtbar. Was nämlich zunächst nicht auffällt, wenn man wie ein Besessener Alben zu seiner Sammlung hinzufügt, ist, dass etliche Alben "ausgegraut" und folglich "in deinem Land nicht verfügbar" sind. Das ist je nach dem Zeitpunkt, wo man dies bemerkt entweder ärgerlich oder sehr ärgerlich und führte bei mir zu dem spontanen Ausruf "Für YouTube zahle ich aber keine 10 Euro im Monat!"
Zudem sind etliche Alben doppelt und dreifach angelegt, was zumindest dann positiv ist, wenn wenigstens eine der Versionen abgespielt werden kann. Insgesamt fehlen dann aber doch etliche Titel einfach komplett und ohne Erklärung.
Ein besonders extremes und überhaupt nicht obskures, sondern eher Mainstream-Thema ist z.B. Nirvana. Die Nevermind ist aktuell 9 mal bei den "29 Alben" vorhanden, gerade 3 Versionen sind davon abspielbar: einmal die normale, zweimal die Deluxe-Version. Die übrigen 6 Versionen können gar nicht gespielt werden, obwohl sie quasi identisch mit den spielbaren sind.
Verstehen muss man diese Redundanzen nicht, aber während das bei Diensten wie Grooveshark (welches letzte Woche seinen Dienst in Deutschland eingestellt hat) quasi zum System gehörte (da jeder wahllos auch eigene Dateien hochladen konnte), ist es hier nicht nachvollziehbar. Immerhin werden jetzt offenbar in der Sortierung die nicht-spielbaren Alben ans Ende der Auswahlliste gestellt, das war vorher nicht der Fall und führte zu noch mehr Frust und Ärger.
Weitere Stichproben in der Datenbank führten zu folgenden Ergebnissen:
Zu jedem Künstler gibt es eine kurze Biografie, die eher wie ein unvollständiger Wikipedia-Eintrag wirkt, mit lückenhaften Band-Besetzungen und ohne Diskografie.
Das klingt jetzt alles sehr negativ, aber die Bedienung der Plattform ist wirklich sehr gut und klug und macht großen Spaß. Leider überwiegt aber nach kurzer Zeit der Frust über die vielen Lücken.
Mir ist auch bewusst, dass dies bei anderen Diensten, wie dem noch zu testenden simfy nicht anders ist.
Aber offenbar ist es auch 2012 noch so, dass kein legales Angebot aufgrund von - für den Normaluser - nicht nachvollziehbaren Beschränkungen seine monatliche Abo-Gebühr rechtfertigen kann.
Ich erwarte überhaupt nicht, das Komplettprogramm von Die Regierung, Mutter oder Sharon Stoned zur Verfügung zu haben (andererseits: Warum eigentlich nicht, wenn ich das bezahle?), aber absolute Standards wie die oben genannten Künstler sind die Minimalanforderungen, die ich habe und die nicht mal annähernd erfüllt werden.
Streamingdienst Rdio startet in Deutschland
24.01.2012 | 1 Kommentar | motorhorst | Keine Bewertung
Nach großer Anfangseuphorie zeigt sich wieder das Dilemma der Streaming Services auch bei Rdio
Nachdem sich Bitkom und GEMA im Dezember 2011 - für viele immer noch völlig unglaublicherweise und fassungslosmachend - geeinigt hatten, scheint nun auch in Deutschland der Weg für die On-Demand-Stationen im Netz frei zu sein.
Der erste Eindruck nach Registrierung oder Login über den bereits bestehenden Facebook-Account ist sehr gut:
Die Bedienung ist sehr einfach, mit Hilfe der Suche findet man Künstler oder Alben, kann diese zu seiner Sammlung (quasi dem virtuellen eigenen Plattenregal) hinzufügen und/oder sofort abspielen. Sind bereits Freunde angemeldet, kann diesen gefolgt werden. Wenn nicht, so folgt man eben einigen Experten, d.h. Medien wie Pitchfork oder dem Musikexpress, Labels wie Sub Pop oder Thrill Jockey oder auch direkt Künstlern wie z.B. Of Montreal. Auf der Startseite erstellt sich so dann eine Aktivitätsliste ähnlich der Liste aller Unwichtigkeiten bei Facebook, wo man dann erfährt, wer gerade was hört, seiner Sammlung hinzufügt oder eine Playlist erstellt hat. Dieser Community- und Empfehlungsservice ist sehr positiv zu werten.
Die ersten 7 Tage der Nutzung sind kostenlos, dananch erhält man für nur 4,99 Euro im Monat die Möglichkeit, unbegrenzt Streams zu hören. Für zusätzliche 5,- Euro also insgesamt 9,99 Euro kann man darüber hinaus Musik auf mobile Geräte synchronisieren und diese dann quasi auch offline irgendwohin mitnehmen (Voraussetzung ist hier die installierte App auf einem kompatiblen Gerät). Das sind sehr faire Preise, die ich im Idealfall gerne sofort zahlen würde.
Wie sieht nach all dem Lob die Praxis aus? Ähnlich wie bei verwandten Produkten (z.B. simfy) sind die Einschränkungen relativ schnell - aber leider nicht schnell genug - sichtbar. Was nämlich zunächst nicht auffällt, wenn man wie ein Besessener Alben zu seiner Sammlung hinzufügt, ist, dass etliche Alben "ausgegraut" und folglich "in deinem Land nicht verfügbar" sind. Das ist je nach dem Zeitpunkt, wo man dies bemerkt entweder ärgerlich oder sehr ärgerlich und führte bei mir zu dem spontanen Ausruf "Für YouTube zahle ich aber keine 10 Euro im Monat!"
Zudem sind etliche Alben doppelt und dreifach angelegt, was zumindest dann positiv ist, wenn wenigstens eine der Versionen abgespielt werden kann. Insgesamt fehlen dann aber doch etliche Titel einfach komplett und ohne Erklärung.
Ein besonders extremes und überhaupt nicht obskures, sondern eher Mainstream-Thema ist z.B. Nirvana. Die Nevermind ist aktuell 9 mal bei den "29 Alben" vorhanden, gerade 3 Versionen sind davon abspielbar: einmal die normale, zweimal die Deluxe-Version. Die übrigen 6 Versionen können gar nicht gespielt werden, obwohl sie quasi identisch mit den spielbaren sind.
Verstehen muss man diese Redundanzen nicht, aber während das bei Diensten wie Grooveshark (welches letzte Woche seinen Dienst in Deutschland eingestellt hat) quasi zum System gehörte (da jeder wahllos auch eigene Dateien hochladen konnte), ist es hier nicht nachvollziehbar. Immerhin werden jetzt offenbar in der Sortierung die nicht-spielbaren Alben ans Ende der Auswahlliste gestellt, das war vorher nicht der Fall und führte zu noch mehr Frust und Ärger.
Weitere Stichproben in der Datenbank führten zu folgenden Ergebnissen:
- Bob Dylan kann man nur auf obskuren Live- und Best-of-Zusammenstellungen hören, alle offiziellen Alben sind nicht vorhanden oder nicht abspielbar.
- Das gleiche gilt für die Beatles, hier sind gar nur 9 skurrile Compilations angelegt (bei Dylan immerhin 186 Werke, aber eben zu 90% nicht abspielbar).
- Von Interpol sind nur die letzten beiden Alben vorhanden, die ersten beiden fehlen
- Von Blumfeld sind nur 4 Alben abspielbar (davon zweimal die Old Nobody)
- Bei Tocotronic sieht es ganz gut aus, auch wenn hier ganz alte Werke wie Digital ist besser und Nach der verlorenen Zeit nicht abrufbar sind
Zu jedem Künstler gibt es eine kurze Biografie, die eher wie ein unvollständiger Wikipedia-Eintrag wirkt, mit lückenhaften Band-Besetzungen und ohne Diskografie.
Das klingt jetzt alles sehr negativ, aber die Bedienung der Plattform ist wirklich sehr gut und klug und macht großen Spaß. Leider überwiegt aber nach kurzer Zeit der Frust über die vielen Lücken.
Mir ist auch bewusst, dass dies bei anderen Diensten, wie dem noch zu testenden simfy nicht anders ist.
Aber offenbar ist es auch 2012 noch so, dass kein legales Angebot aufgrund von - für den Normaluser - nicht nachvollziehbaren Beschränkungen seine monatliche Abo-Gebühr rechtfertigen kann.
Ich erwarte überhaupt nicht, das Komplettprogramm von Die Regierung, Mutter oder Sharon Stoned zur Verfügung zu haben (andererseits: Warum eigentlich nicht, wenn ich das bezahle?), aber absolute Standards wie die oben genannten Künstler sind die Minimalanforderungen, die ich habe und die nicht mal annähernd erfüllt werden.
Kommentare
30.01.2012
14.49 Uhr
14.49 Uhr
verwandt ist auch MyJuke, wo ich derzeit einen halbjährigen Zugang habe - ich merke aber einfach, dass das streaming prinzip für mich persönlich nicht so wirklich das richtige ist.
man hat die richtigen erscheinungsjahr und die redundanzen scheinen dort nicht so groß zu sein wie in deinem beispiel, aber so richtig intuitiv finde ich die bedienung nicht. kann man jedenfalls 14 tage im vollzugang (also inkl handy-streamen testen):
MyJuke
man hat die richtigen erscheinungsjahr und die redundanzen scheinen dort nicht so groß zu sein wie in deinem beispiel, aber so richtig intuitiv finde ich die bedienung nicht. kann man jedenfalls 14 tage im vollzugang (also inkl handy-streamen testen):
MyJuke
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