Rache, RomCom und Rituale
18.02.2013 | 5 Kommentare | motorhorst
Letzte Woche so gesehen: Our Idiot Brother, The Rite und Lady Vengeance
The Rite: Deutscher Titel: The Rite - Das Ritual. Ihr Armleuchter! Also, die Armleuchter gehören nicht mehr zum Titel, sondern sind eine Beleidigung für die deutschen Titelmacher, die längst mal wieder einen eigenen Artikel verdient hätten. Der Film selbst dient vor allem dazu, zu zeigen, was Anthony Hopkins, Morgan Freeman und Samuel L. Jackson vereint. Gib einem ein Drehbuch und er wird die Rolle spielen ohne darüber nachzudenken. Hopkins als Hannibal Lecter, Freeman als der weise schwarze Mann und Jackson als der coole, böse Motherfucker (deutsch: Böser schwarzer Mann). Nur die Namen der Charaktere ändern sich halt. Hier spielt Hopkins einen erfahrenen Exorzisten in Rom, der einen jüngeren, aus den USA stammenden, nicht sehr glaubensfesten Priesteranwärter zum Teufelsaustreiber schulen soll. Alle Klischees und teilweise sogar Bilder aus dem Exorzist werden noch einmal aufgewärmt ohne dessen Klasse zu erreichen. Und das sage ich, der den Exorzist noch nicht gesehen hat (steht aber auf der Watchlist). Aber die Ikonographie des Schockers von 1973 ist nun mal Allgemeingut, vom Köpfe drehen bis zum Spinnenlauf an der Decke. Es hat eigentlich nur die Erbsensuppe gefehlt. 4 von 10 Punkten.
Lady Vengeance: Nach Sympathy For Mr. Vengeance und Oldboy ein weiterer Rache-Film des Südkoreaners Chan-wook Park. Die Stellung innerhalb der losen Rache-Trilogie kann ich noch nicht einschätzen, da ich Sympathy For Mr. Vengeance noch auf der To-Do-Liste habe, aber das Setup von Lady Vengeance ist dem von Oldboy schon sehr ähnlich. Eine Frau kommt nach langer Zeit aus dem Gefängnis frei und beginnt eine Art von Rachefeldzug. Sehr vereinfacht dargestellt. Die erste Hälfte des Films ist bildgewaltig und ideenreich. Die unorthodoxe Erzählweise erzeugt einen sehr großen Seh-Spaß. Leider kann dies in der zweiten Stunde dann nicht aufrecht gehalten werden, Insgesamt ist der Film ärgerlicherweise zu lang. Dennoch gute 6 von 10 Punkten.
Bewertungen
Kommentare
18.02.2013
11.19 Uhr
11.19 Uhr
Ich hab mir neulich erstmal wieder "Der Exorzist" angesehen. Allerdings in der Directors Cut - Fassung und das ist einfach - auch wenn das Thema jetzt nicht so meins ist - einfach ein guter Film.
Was mich aber noch mehr geflasht hat war "Poltergeist". Den hab ich seit bestimmt 15 Jahren nicht mehr gesehen. Der Film ist nach wie vor richtig gut!
Was mich aber noch mehr geflasht hat war "Poltergeist". Den hab ich seit bestimmt 15 Jahren nicht mehr gesehen. Der Film ist nach wie vor richtig gut!
18.02.2013
11.30 Uhr
11.30 Uhr
Ist zwar schon eine gute Zeit her als ich Der Exorzist gesehen habe, fand den damals aber eher enttäuschend im Vergleich zum Bohei. Allerdings fürchte ich, dass da das "die Coverversion zuerst kennen"-Problem zum Tragen kommt - meint: der Exorzist ist halt dermaßen in der Popkultur und in der Filmgeschichte verankert, dass man schon so viele Referenzen, Homagen und Parodien gesehen hat, dass einem das Original zu bekannt und zu einfach vorkommt.
Von meiner Erinnerung her, um mal beliebig zwischen Mitt70er-Horrorfilm-Legenden zu vergleichen: "Das Omen" (Teil 1, das Original natürlich) fand ich ärger & besser.
"Poltergeist" hab ich tatsächlich noch nie gesehen, müsste ich mal ran, stimmt eigentlich.
Von meiner Erinnerung her, um mal beliebig zwischen Mitt70er-Horrorfilm-Legenden zu vergleichen: "Das Omen" (Teil 1, das Original natürlich) fand ich ärger & besser.
"Poltergeist" hab ich tatsächlich noch nie gesehen, müsste ich mal ran, stimmt eigentlich.
19.02.2013
09.45 Uhr
09.45 Uhr
Poltergeist lohnt sich wirklich.
Und das Problem, dass du bei "Der Exorzist" beschreibst … Das ist nicht leicht, sich davon freizumachen. Aber wenn man das kann, dann punktet der Filme eben gerade wegen seiner straighten Story. Finde ich.
Und das Problem, dass du bei "Der Exorzist" beschreibst … Das ist nicht leicht, sich davon freizumachen. Aber wenn man das kann, dann punktet der Filme eben gerade wegen seiner straighten Story. Finde ich.
19.02.2013
09.51 Uhr
09.51 Uhr
Der Regisseur von Stirb Langsam 5 hat übrigens zuvor das Omen-Remake gedreht, was ich kürzlich (unter anderem deshalb) mal angeschaut habe. Ist jetzt nicht fürchterlich geworden, aber halt auch ziemlich pointless.
19.02.2013
09.57 Uhr
09.57 Uhr
Das Omen war damals schon ein rechter Schocker für mich. Eigentlich ähnlich wie Nightmare On Elm Street, aber halt auf einer anderen Ebene, die da angesprochen wird. Ähnliches erhoffe ich mir vom Exorzisten, aber mal sehen, wie das dann wird. Die Remakes werde ich mir aber in beiden Fällen vermutlich sparen.
Ich habe ja immer etwas Vorbehalte gegen "alte" Filme, die manchmal dann auch bestätigt werden. Unternehmen Capricorn/Capricorn One ist mir da im negativen Bereich noch "gut" in Erinnerung, wenn man vor dem Fernseher sitzt und schreit "Ja, ich habe kapiert, dass die da ewig durch die Wüste stapfen, weiter jetzt". Beim Planet der Affen funktioniert das wieder besser, obwohl da auch bis zu ersten Affen-Begegnung unfassbar viel Zeit verplempert wird.
Bei manchen Filme wie zuletzt "Soilent Green" bin ich ganz begeistert, wie visionär der war, sicher auch vor dem Hintergrund der Club-of-Rome-Veröffentlichung Anfang der 70er. Während dann Logan's Run, auf den ich mich mehr gefreut habe, sich als ziemliche Luftnummer entpuppte.
Egal, ich freue mich schon sehr auf die ganzen Kurosawa-Schinken und eine kleine Film Noir-Reihe. Das Hauptproblem ist wirklich immer zu sehen: "Oh, das wurde da zum ersten Mal gemacht!" anstatt "Ach nee, nicht schon wieder das Klischee."
Ich habe ja immer etwas Vorbehalte gegen "alte" Filme, die manchmal dann auch bestätigt werden. Unternehmen Capricorn/Capricorn One ist mir da im negativen Bereich noch "gut" in Erinnerung, wenn man vor dem Fernseher sitzt und schreit "Ja, ich habe kapiert, dass die da ewig durch die Wüste stapfen, weiter jetzt". Beim Planet der Affen funktioniert das wieder besser, obwohl da auch bis zu ersten Affen-Begegnung unfassbar viel Zeit verplempert wird.
Bei manchen Filme wie zuletzt "Soilent Green" bin ich ganz begeistert, wie visionär der war, sicher auch vor dem Hintergrund der Club-of-Rome-Veröffentlichung Anfang der 70er. Während dann Logan's Run, auf den ich mich mehr gefreut habe, sich als ziemliche Luftnummer entpuppte.
Egal, ich freue mich schon sehr auf die ganzen Kurosawa-Schinken und eine kleine Film Noir-Reihe. Das Hauptproblem ist wirklich immer zu sehen: "Oh, das wurde da zum ersten Mal gemacht!" anstatt "Ach nee, nicht schon wieder das Klischee."
