CHRISTIAN_AK MEETS SEINE DVD-SAMMLUNG
Die Story, anyone?
Als eine Fingerübung vom neuen Meister wurde Panic Room betrachtet, als David Fincher nach seinem dreifachen Paukenschlag Sieben – The Game – Fight Club den minimalistischen Panic Room ankündigte. Doch in den vergangenen drei Jahren wurde es trotz vieler Gerüchte um beispielsweise Mission Impossible 3 (die sich Gott sei Dank nicht erfüllten) still um David Fincher. So muss im Rückblick wohl auch Panic Room die Aufnahme in seinen „großen“ Werkkanon finden.
Und ganz zweifelsfrei ist dieser straighte, kleine Film das wunderbare Beispiel eines Films, der sich selbst genügt. Dafür sorgen gute Schauspielleistungen, insbesondere von Forest Whitaker, der mal wieder die Tragik dieser Welt in einem einzigen Blick ausdrückt, und die adäquat geradlinige Inszenierungen, die (nicht effektheischerisch) zwei Urängste abbildet: das Eindringen des Fremden in die geheiligte eigene Wohnung und das Eingesperrtsein auf engstem Raum – und vielleicht sogar noch die Frage stellt, was besser ist: der Klaustrophobie zu entfliehen und sich dem Fremden zu stellen oder sich selbst einzumauern?
Mit Ausnahme der üblichen Fincher-Spielereien der unmöglichen Kamerafahrten (durch Kaffeetassenhenkel hindurch etc.) spiegelt die noch nicht eingerichtete Wohnung die Reduktion des Films bereits wieder: spartanisch, nur das Nötigste. Nichts ist too much.
Was natürlich fehlt im Vergleich zu den beiden Meisterwerken Sieben und Fight Club der Entwurf einer Welt, da die Welt hier gar nicht stattfindet. Beschreibt Sieben den Niedergang unserer Zeit und Fight Club das Aufbegehren dagegen, so ist Panic Room ein Rückschritt in die Introspektive. Was außen vorgeht, interessiert nicht. Von außen kommt keine Rettung, von außen kommt nur das Böse. Also bleiben wir wo wir sind und versuchen, uns so gut es geht der Welt zu verschließen. Wir mauern uns ein, wir kämpfen nicht mehr dagegen (Fight Club), ja wir verzweifeln nicht einmal mehr daran (Sieben). Es gibt nur noch uns.
voll geil, alder, wo…: Forest Whitaker in einer an The Killing mahnenden Schlussszene alles verliert, obwohl er doch das Herz dieses Films war. Und hier wieder: dieser Blick!
extra best: leider nichts außer einem Trailer.
Panic Room
David Fincher, USA 2002
Mit: Jodie Foster, Forest Whitaker, Jared Leto, Kristen Stewart
Mit: Jodie Foster, Forest Whitaker, Jared Leto, Kristen Stewart
Als eine Fingerübung vom neuen Meister wurde Panic Room betrachtet, als David Fincher nach seinem dreifachen Paukenschlag Sieben – The Game – Fight Club den minimalistischen Panic Room ankündigte. Doch in den vergangenen drei Jahren wurde es trotz vieler Gerüchte um beispielsweise Mission Impossible 3 (die sich Gott sei Dank nicht erfüllten) still um David Fincher. So muss im Rückblick wohl auch Panic Room die Aufnahme in seinen „großen“ Werkkanon finden.
Und ganz zweifelsfrei ist dieser straighte, kleine Film das wunderbare Beispiel eines Films, der sich selbst genügt. Dafür sorgen gute Schauspielleistungen, insbesondere von Forest Whitaker, der mal wieder die Tragik dieser Welt in einem einzigen Blick ausdrückt, und die adäquat geradlinige Inszenierungen, die (nicht effektheischerisch) zwei Urängste abbildet: das Eindringen des Fremden in die geheiligte eigene Wohnung und das Eingesperrtsein auf engstem Raum – und vielleicht sogar noch die Frage stellt, was besser ist: der Klaustrophobie zu entfliehen und sich dem Fremden zu stellen oder sich selbst einzumauern?
Mit Ausnahme der üblichen Fincher-Spielereien der unmöglichen Kamerafahrten (durch Kaffeetassenhenkel hindurch etc.) spiegelt die noch nicht eingerichtete Wohnung die Reduktion des Films bereits wieder: spartanisch, nur das Nötigste. Nichts ist too much.
Was natürlich fehlt im Vergleich zu den beiden Meisterwerken Sieben und Fight Club der Entwurf einer Welt, da die Welt hier gar nicht stattfindet. Beschreibt Sieben den Niedergang unserer Zeit und Fight Club das Aufbegehren dagegen, so ist Panic Room ein Rückschritt in die Introspektive. Was außen vorgeht, interessiert nicht. Von außen kommt keine Rettung, von außen kommt nur das Böse. Also bleiben wir wo wir sind und versuchen, uns so gut es geht der Welt zu verschließen. Wir mauern uns ein, wir kämpfen nicht mehr dagegen (Fight Club), ja wir verzweifeln nicht einmal mehr daran (Sieben). Es gibt nur noch uns.
voll geil, alder, wo…: Forest Whitaker in einer an The Killing mahnenden Schlussszene alles verliert, obwohl er doch das Herz dieses Films war. Und hier wieder: dieser Blick!
extra best: leider nichts außer einem Trailer.
Kommentare
11.03.2005
18.24 Uhr
18.24 Uhr
da zitiere ich einfach mal und stimme dem voll und ganz zu "nach David Finchers vor allem inhaltlich aufreibenden Thrillern "The Game", "Sieben" und "Fight Club" muss "Panic Room" als klare Enttäuschung gelten, denn Finchers neuester Streifen ist nicht mehr als eine reine Stilübung. Diese ist durchaus gelungen und sporadisch packend ist der Film allemal, aber ein reiner "Kevin allein zu Haus"-Plot und lahme Pappcharaktere liegen doch schwer auf dem Magen "
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