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FUTEBOL

Neuordnung der 1. Fußballbundesliga

06.04.2008 | 14 Kommentare | motorhorst
Wie müsste sich die Erste Liga zusammen setzen, wenn wir auch den letzten Rest-Verstand noch versaufen
Also gut, dann doch ein Fußball-Artikel. Die nicht uninteressante Frage lautet, wie man den Zuschauerschnitt der Fußball-Bundesliga auf einen Schlag immens steigern könnte. In den vergangenen Jahren wird ja pausenlos ein neuer Besucherrekord vermeldet, aber so ein richtiger Quantensprung wird dann doch durch die ein oder andere Mannschaft verhindert, die nicht in einer supergeilen Arena kickt, sondern lieber im Scheißhaus oder der Hundehütte vom Platzwart spielen lässt, wo gerade mal 20.000 Kleinkriminelle Platz finden.

Frage 1 lautet also, welche Stadien und damit Mannschaften müssten in der BuLi vertreten sein, um die Massen mal wieder so richtig von der sasmtäglichen Auto-Waschung ins Stadion zu verfrachten? Hier das Ergebnis:

#VereinStadionkapazität
01Borussia Dortmund81.264
02Hertha BSC Berlin74.228
03FC Bayern München69.901
04FC Schalke 0461.482
05Hamburger SV57.274
06VfB Stuttgart55.896
07Borussia Mönchengladbach54.019
08Eintracht Frankfurt52.300
09Fortuna Düsseldorf51.500
101. FC Köln50.374
11Hannover 9649.951
121. FC Kaiserslautern48.500
131. FC Nürnberg47.559
14Lokomotive Leipzig44.345
15SV Werder Bremen42.358
16FSV LU-Oggersheim41.383
17Germania Gladbeck37.612
181. FC Saarbrücken35.303


Was ziehen wir daraus für Schlüsse? Zum einen machen wir eine kleine Zeitreise, nicht nur dorthin, wo Dortmund noch in einer Tabelle an erster Stelle stand, die nichts mit negativen finanziellen Zuständen zu tun hatte. Wir treffen jede Menge alte Bekannte aus den 70ern und 80ern auf einmal wieder in der Bundesliga.
Man könnte aber auch so weit gehen, in einer Zeit, in der die reinen Eintrittsgelder so unbedeutend wie noch nie in der Geschichte des deutschen Profi-Fußballs sind, eine gewisse Korrelation zwischen großen Stadien und sportlichem Erfolg zu sehen (wenn man z.B. die "Plätze" 3-6 betrachtet).
Und zuguterletzt gibt es dann noch ein paar obskure Vereine, von denen man lange nichts oder noch nie etwas gehört hat, wie KaiserslLudwigshafen, Gladbeck oder Saarbrücken.

***


Nun leben wir aber in einer Zeit, in der ganze Profi-Mannschaften von Ort A nach B verpflanzt werden, da der Markt am Zielort einfach attraktiver erscheint. Das Phänomen kennt man z.B. vom Eishockey (München Barons werden zu Hamburg Freezers), US-Profi-Sport (aus den Charlotte werden die New Orleans Hornets) oder Fußball (aus einer brasilianischen Samba-Gruppe wird 1899 Hoffenheim).
Nehmen wir einfach mal der Einfachheit halber an, marktwirtschaftliche Attraktivität ginge mit der Größe der Städte einher, also ist unsere Prämisse: Die 18 größten Städte sollten mit jeweils 1 Mannschaft in der Bundesliga vertreten sein.

Und das ist das Ergebnis:

#VereinEinwohnerzahl*
01Hertha BSC Berlin3,4 Millionen
02Hamburger SV1.75 Millionen
03FC Bayern München1.29 Millionen
041. FC Köln989.000
05Eintracht Frankfurt652.000
06VfB Stuttgart594.000
07Borussia Dortmund588.000
08Rot-Weiss Essen583.000
09Fortuna Düsseldorf577.000
10SV Werder Bremen548.000
11Hannover 96516.000
12Lokomotive Leipzig507.000
13Dynamo Dresden505.000
141. FC Nürnberg501.000
15MSV Duisburg499.000
16VfL Bochum384.000
17Wuppertaler SV358.000
18Arminia Bielefeld326.000
*der nächstgrößeren Stadt, nicht des Vereins, ihr Haarspalter.
Einwohnerzahlen von Wikipedia, Stand: 2006.

Da heißt es dann auf einmal: Auf Wiedersehen in Liga 2, Schalke 04. Aber dafür gibt es ja genug Vereine in unmittelbarer Nähe, wo man sich großen Fußball anschauen kann (Dortmund, Essen, Wuppertal). Auch die Ost-Quote wäre mit 2 Vereinen recht gut bedient.

Führen wir noch die Lex Hauptstadt ein, wonach die größten Städte zwei Vereine in der ersten Liga haben sollten, wie überall in Europa üblich, so werfen wir Bochum, Wuppertal und Bielefeld heraus und ergänzen:

16. Union Berlin
17. FC St. Pauli
18. 1860 München

Ja, damit könnte man ja auch leben, oder?

Interessant ist, dass bei beiden Versionen Bayer Leverkusen, VfL Wolfsburg, Karlsruher SC, Energie Cottbus und Hansa Rostock überhaupt keine Rolle spielen.

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Kommentare

06.04.2008
20.15 Uhr
Saarbrücken war zuletzt 87 in der 1.BL, oder? Mein einziger kompletter Panini Album Jahrgang, Blau Weiss Berlin war da auch noch zumindest erstklassig eingestuft wenn mich nicht alles täuscht?!
06.04.2008
23.37 Uhr
Die Liste können wir noch gerne weiterführen. FC Homburg 08, Waldhof Mannheim, Darmstadt 98, alle in der Versenkung verschwunden oder kurz vor oder nach der Insolvenz.
Dazu dann die Klassiker der zweiten Liga: BV 08 Lüttringhausen. Villingen-Schwenningen. Röchling Völklingen. VfR OLI Bürstadt.
07.04.2008
10.17 Uhr
unvergessen Leo Bunk. Zweitligatorschützenkönig in der Aufstiegssaison von Blau-Weiß.


Leo Bunk im Trikot des VfB Stuttgart als frischgebackener Zweitligatorschützenkönig


Der Sohn vom Hallers Helmut war übrigens auch bei Blau-Weiß.

und, nee, Sarrbrücken war doch später noch in der Bundesliga. hatte immer ein gute Connections mit seinem Cheeseburger-Lieferanten und konnte so die Bundesligageschichte zu einer Zeit mit halbwegs tauglichen US-Amerikanern bereichern als das Gros der Amerikaner beim geradeaus laufen noch über den Ball stolperten. Eric Wynalda und der unvergessene Joe-Max Moore (der allerdings nur in der Zweiten, wenn ich mich recht erinnere)!
07.04.2008
11.55 Uhr
also wenn saarbrücken, dann bitte auch wolfram wuttke. ich erinner mich da nur an seine letzte saison, als er nach jedem spiel, in dem er nicht getroffen hatte, seine schuhe verschenkt hat.
07.04.2008
12.07 Uhr
oh, ich stand gestern mit einem Tisch in der Hand zwischen Hunderten Pauli-Fans auf dem Paulinenplatz, die sich alle, aus einem mir unerklärlichen Grund, auf die Schenkel geklopft haben.
(das ist alles was mir dazu einfällt).
07.04.2008
12.15 Uhr
Wuttke ist ja sowieso ein Held der Fußball-Folklore.

Meine zwei liebsten Wuttke-Geschichten:

1. wie er als junger wilder Mann aus der deutschen Jugendnationalmannschaft hinausgeflogen ist, weil er Trainer Dietrich Weise ins Bett gepinkelt hat

2. wie er als alter wilder Mann Ende der 80er Jahre seinen Sohn auf eine Pressekonferenz bei seinem damaligen Verein 1. FC Kaiserslauten mitnahm und auf die Frage von Reportern, warum er mit Nachwuchs da sei, auf seinen Trainer Sepp Stabel deutend antwortete: "Damit mein Sohn einmal sieht mit was für einem dummen Menschen ich hier zusammenarbeiten muss."

Laut dem großen Hamburger Trainer Ernst Happel haben sie Wolfram Wuttke übrigens "ins Hirn geschissen".
07.04.2008
12.16 Uhr
Stimmt Saarbrücken hatte ich falsch in Erinnerung:
"Nach mehreren Jahren in der 2. Bundesliga und dem zwischenzeitlichen Abstieg in die Drittklassigkeit stieg der 1. FC Saarbrücken 1985 erneut in die Bundesliga auf und nach nur einer Saison wieder ab. Nachdem die Saarbrücker 1989 und 1990 erst in der Relegation den Aufstieg verspielten, gelang dem Verein 1992 nach der Meisterschaft in der 2. Bundesliga zum bislang letzten Mal der Aufstieg in die 1. Bundesliga. Auch im vierten Anlauf konnten sich die Saarländer nicht im Oberhaus halten und stiegen nach nur einem Jahr als Tabellenletzter wieder ab."

Toll aber auch der Kondomwerbung "Skandal" des FC Homburg. Alkohol kein Problem, aber Kondome? Wo kommen wir denn dahin...
07.04.2008
12.23 Uhr
Saarbrücken. Stefan Beckenbauer! Das große, vielleicht sogar das größte Talent aller Zeiten. Wuttke, der den Krebs besiegte, aus Castrop-Rauxel.
Blau-Weiß. Kalle Riedle wird an die Bundesliga rangeführt.
Bochum. Benatelli, Katze Zumdick, Rob Reekers, Uwe Leifeld, dem jetzt ständig die Lotto-Totto-Bude im Herzen Münsters abbrennt, Tenhagen, Lameck und Woelck, Torsten Legat und sein glorreicher Elfer in der 90er-Reli gegen Saarbrücken.
07.04.2008
12.36 Uhr
Noch 2 wunderbare Wuttke Bon mots aus der Wikipedia, die auch wieder den Kreis zum FC Homburg schließen:

Im Zustand höchster Erregung rief Wuttke während eines Auswärtsspiels beim FC 08 Homburg nach einer umstrittenen Entscheidung eines Linienrichters diesem zu: „Du scheißt Dir doch vor Dir selber in die Hose!“

Als Wuttke vom 1. FC Kaiserslautern abgemahnt wurde, weil er trotz Verletzung auf einem Weinfest gesehen worden war, stritt er dies mit der Begründung: "Ich kann gar nicht auf einem Weinfest gewesen sein, weil ich nämlich Biertrinker bin." ab.
07.04.2008
13.19 Uhr
Man sieht, die Trinkentschuldigungen ziehen sich durch die Fußballgeschichte. Wie ja weiland auch Waldi abstritt, "locker und bequem auf dem stuhl zu sitzen und drei Weizen getrunken zu haben", da es auf Island gar kein Weizenbier gäbe.

warum werden fußballer und fußballreporter eigentlich nicht Rechts- und Staatsanwälte nach der aktiven karriere? ich mein, argumentativ ist das doch gold.

07.04.2008
14.22 Uhr
Das beste Weizenbier der Welt gibt es übrigens im Regensburger Büro (Kneipe)!
07.04.2008
15.32 Uhr
Mir fehlt uebrigens noch eine Auswahl an Spielorten/Vereinen nach geographischer Idealverteilung, also so, dass keiner in Deutschland mehr als 50 km (geschaetzt) vom naechsten Bundesligaspiel entfernt wohnt. Haette der Goettinger Nullfueuenf, selig, so noch eine Chance? Will man doch wissen!
07.04.2008
16.13 Uhr
warum nicht ein utilitaristischer ansatz mit den vereinen mit den meisten fans/mitgliedern?
07.04.2008
17.01 Uhr
hmm nee doch nicht, leverkusen wird man dadurch wahrscheinlich auch nicht los.


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