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THE FRAGILE STAGE

Mai-Reise: Teil 3 - Nürnberg, Klüpfel Benefiz

13.06.2004 | 0 Kommentare | motorhorst
Ein Nürnberger Amt versucht einen der besten Clubs im Lande aus Profilierungssucht wegzumobben - was nur eine weitere großartige Veranstaltung provoziert
Wie bereits vor längerem berichtet, gehen seltsame Dinge in Nürnberg vor: Dort gibt es einen wunderbaren Club namens Klüpfel, in dem famose Konzerte zu kleinen Preisen regelmäßig veranstaltet werden und die sich sogar finanziell noch tragen und dem Hause so einen Gewinn bescheren. Was nichts anderes heißt, als dass sich das Ding selbst trägt, eine Seltenheit in der Landschaft der Jugendhäuser, die normalerweise eher als Geldgräber und Zuschuss-Institutionen existieren (was im Übrigen aber auch kein Problem ist, man kann Geld wesentlich sinnvoller verpulvern, als für "Jugendbegegnungsstätten" im weitesten Sinne).

Leider gibt es ein Problem: Bei diesen Konzerten sind Personen anwesend, die älter als 18 sind. Teilweise sogar älter als 30. Solche Menschen will man aber beim Jugendamt nicht im Klüpfel haben. Deswegen setzt man den jahrelang verdienten Chef des Klüpfels einfach vor die Tür (bzw. versetzt ihn an eine andere Stelle) und möchte das Klüpfel schließen. Ja, so richtig logisch klingt das nicht, deswegen gab es am Sonntag, 23.05. eine Solidaritätsveranstaltung "Klüpfel bleibt Klüpfel" mit The Robocop Kraus, Tele, Hidalgo und Ernie's Tale. Über 800 Besucher wurden von dieser Veranstaltung gelockt bzw. zeigten ihre Verbundenheit mit der großartigen Einrichtung.

Aber auch hier musste das Jugendamt noch ein letztes Mal auf hanebüchene Art und Weise die Muskeln spielen lassen: In einer Nacht- und Nebelaktion versucht man aufgrund dubioser feuerpolizeilicher Gründe den Ort zu schließen und damit das anberaumte Konzert zum Platzen zu bringen. Glücklicherweise konnte diese Schikane noch abgewendet werden, allerdings mussten Auflagen erfüllt werden, die z.B. vor sahen, dass nie mehr als 200 Besucher gleichzeitig im Klüpfel sein durften. Dies führte u.a. dazu, dass der Schreiber dieser Zeilen trotz einstündiger Wartezeit nicht mehr ins Haus kam, um den Auftritt von Robocop Kraus zu sehen.

Inzwischen entspannt sich die Situation etwas, da entweder niemand die willkürlichen Aktionen der Jugendverantwortlichen nachvollziehen kann oder andere Personen in der Stadtverwaltung kalte Füße bekommen haben, was Wiederwahl oder eigene Glaubwürdigkeit betrifft. Ein Kompromissvorschlag wurde In der Jugendhilfeausschuss-Sitzung vom 27.05.04 per Abstimmung mit nur 3 Gegenstimmen (des Kreisjugendrings) als "Auftrag an das Jugendamt" beschlossen. Mehr zum aktuellen Stand der Dinge gibt es auf den Seiten des con-act im Klüpfel.

Aus persönlicher Sicht jedenfalls wieder ein tolles Event mit 3 im Weggla, einem schönen Auftritt von Hidalgo, 2 Songs von Robocop Kraus auf der Leinwand im Garten und einem Musterbeispiel an Beamtenwillkür und Machtspielchen in der deutschen Bürokratie, die ja zum Glück keine wichtigen Probleme hat.

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