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Jonathan Franzen - Die Korrekturen

24.07.2006 | 3 Kommentare | lindihopp |
Gerade zum dritten Mal zuende gelesen, eine gute Gelegenheit, der Jugend eins der - meiner Meinung nach - besten Bücher der letzten Jahre ans Herz zu legen.
"Der Irrsin einer herbstlichen Prärie-Kaltfront, näher kommend. Es war deutlich zu spüren: Etwas Furchtbares würde geschehen." So beginnt "Die Korrekturen". Franzen beschreibt hier den fortschreitenden Verfall von Alfred Lambert und seiner Familie - scheint es. Entfremdung, Missverständnisse und die verzweifelten Versuche seiner Frau Enid, die Familie für ein letztes Mal an Weihnachten zuhause - das ist St. Jude im Mittleren Westen der USA - zusammen zu bringen.

Die drei erwachsenen Kinder scheitern am Leben, jeder auf seine Weise. Chip, der wegen einer Affäre mit einer Studentin von seiner Dozentenstelle entlassen wurde, lebt im Chaos in New York. Er versucht sich als Drehbuchschreiber, doch seine Obsession für diese Studentin und die Frauen im allgemeinen hindert ihn daran. Denise verliert ihre Stelle als Küchenchefin im angesagtesten Restaurant von Philadelphia, weil sie sowohl mit dem Restaurantinhaber als auch seiner Frau ins Bett geht. Gary hat das Gefühl, seine Frau wolle ihn in eine Depression treiben und verbünde sich mit den Söhnen gegen ihn.

Dieses letzte Weihnachten, dieser einzige Hoffnungsschimmer im Leben von Enid, die sich um den dementen, depressiven und parkinsonkranken Alfred kümmern muss, stellt alle drei Kinder vor die Aufgabe, sich mit ihrem verkorksten Verhältnis zu ihrer Familie und ihrer Herkunft auseinanderzusetzen.

Dass man beim Lesen dieses Buchs nicht selbst in eine Depression verfällt, liegt an der brillianten Sprache (die unter der deutschen Übersetzung leider etwas leidet) Franzens und seiner unglaublichen Fähigkeit, zu beobachten und zu beschreiben; der Schluss tut sein übriges, die Leserin und den Leser wenn nicht versöhnt so doch mit etwas Hoffnung zu entlassen.

"Die Korrekturen" ist eines der besten Bücher, dass ich in den letzten fünf Jahren gelesen habe. Aus den Interessensgebieten der Jugend gibt es hier sex und drugs galore, der rock´n´roll ist auch da und dort mit am Start! Und wem es gefällt, sei gleich noch der Vorgänger "Strong Motions" (Schweres Beben) mitempfohlen.

Kommentare

05.08.2006
21.37 Uhr
Hörstchen Hörstchen Hörstchen 
Die Kurzgeschichten und Essays, als "Anleitung zum Einsamsein" erschienen, sind auch super. Davon abgesehen: Muss man noch irgendjemand von den Korrekturen überzeugen? Ist das nicht ein bisschen wie "Supersonic" anpreisen?
06.08.2006
14.28 Uhr
Hörstchen Hörstchen Hörstchen Hörstchen Hörstchen 
ich mag die essays auch sehr gerne, vor allem "das gehirn meines vaters" als ergänzung zu "die korrekturen". und ja, man muss leute von dem buch überzeugen. sonst hätte es ja vermutlich hab ich gelesen und finds super-kommentare gehagelt.
02.10.2006
16.59 Uhr
Hörstchen Hörstchen Hörstchen Hörstchen Hörstchen 
dann schicke ich arg verspätet mal einen solchen hinterher: hab ich gelesen und finds super!

Bewertungen

     
Daniel_ gibt
   
wowo101 gibt
     

3 Bewertung mit durchschnittlich 4,33 Hörstchen

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