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ROCKER'S AREA

Geschrien. Und? Gut gesungen.

27.03.2006 | 5 Kommentare | barracuda
Boysetsfire
26/03/06, Schweinfurt, Alter Stattbahnhof
Heute berichte ich von einem Ausflug in die gepflegten Sphären eines waschechten Hardcore-Konzerts. Bevor mich aber jetzt die Motorjugend mit bösen Blicken strafft, weil emotionsgeschwängerter Testosteron-Rock nicht ganz in die Indiepedia passt. Und bevor mich der ein oder andere Straight-Edge-Jünger angreift, weil Boysetsfire doch schon lange keinen Core aus dem schreienden Herzen prügeln, sondern ihre Wut vielmehr in harmonischen Soft-emo-oder-was-auch-immercore kleiden – und damit viel zu weichgespült daherkommen: Der Exkurs geht in Kopf und Beine – und lädt zwar weniger zum Shambeln ein als eher zum beherzten Stagediven, aber bringt letztendlich eine Menge Spaß, die zum erfreuten Lächeln nach dem Auftritt einlädt ...

Also wie geschrieben, es geht um Boysetsfire. Amerikaner mit viel Stimme im Hals und beeindruckender Wut im Herzen. Bislang gegenüber ihrer Plattenfirma, aber das ist eine andere Geschichte. Wenn die Konsequenz daraus Lieder wie „Requiem“ oder „Empire“ sind, dann weiter so. Jedenfalls war der Schweinfurter Stattbahnhof bis zum Platzen gefüllt, keine Abendkasse – so mancher musste mit bitterer Miene den Heimweg antreten. Und eine britische Band namens Tribute To Nothing schmiss seine Gitarren und tattooverzierten Oberarme durch die stickige Luft. Nicht ganz so harmonisch und vor allem nicht so gut gesungen wie bei Boysetsfire. Deswegen auch keine weiteren Worte. Sondern gleich hier hin: Boysetsfires Sänger Nathan Gray kann wirklich gut singen – und schreien. Denn in einigen Moment lässt die Berherztheit der Hardcoretage noch drauflosknüppeln, dass es eine wahre Pracht ist. Kann man mögen, muss man aber nicht. Ich persönlich finde ihre stärkeren Momente in den melodiösen Stücken. Im Mittelteil dürfen sogar zwei Lieder ausschließlich von einer akustischen Gitarre und der tollen Stimme Grays leben. Danach geht’s munter weiter bis zum letzten Lied. Erfrischenderweise ohne das müsige Zugabegeplänkel. Hier wir durchgepowert bis ins Finale. Straight, gleichwohl.

Fazit: Gutes Konzert. Und bei allem Schweiß und tätowierten Armen – so wird eben anti-mainstream und authentisch gerockt. Ich weiß das nun. Werde die Platte öfters mal beim Autofahren auf die Boxen legen. Und trotzdem in der indiepedia nach dem neuesten Eintrag zum Thema „Wie und wo shambelt man richtig?“ suchen.

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Kommentare

27.03.2006
18.32 Uhr
ich dachte hell is for heros sind vorband?

naja jedenfalls ist mir stattbahnhofpublikum viel zu prollig um dort gute konzuerte zu sehen.
27.03.2006
22.13 Uhr
@Barni: Und die Anlage passt wohl???
27.03.2006
22.55 Uhr
eine Freundin von mir hat mir heute erzählt, es wäre so la la gewesen und für sie definitiv das letzte Boysetsfire Konzert. naja. N.M.V.
28.03.2006
08.14 Uhr
haha, motor. sehr gut.

mir gefällt die neue boysetsfire-platte ziemlich gut. im Vergleich zu den Vorgängern noch mal ne ganze Menge abwechslungsreicher.
28.03.2006
12.25 Uhr
naja ist halt ein denkbar ungünster raum.

FOH platz ist auf ami tourriders zugeschnitten und was an boxen dasteht tut schon ihren dienst.

wobei bei den subs kein elektrokonzert gut klingen würden.


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