ROCKER'S AREA

Die Lobhudelei

Mittwoch, 20.01.2010 | 0 Kommentare | motorhorst
Teil 08: Eric Pfeil über Tocotronic. Neues Tocotronic-Album "Schall und Wahn" erscheint am Freitag. Und auch Eric Pfeil hat eine Veröffentlichung in der Warteschleife.
Und jetzt, 2010, im achtzehnten Jahr ihres Bestehens und mit ihrer neuen Single sind Tocotronic immer noch so viel jünger als all die öden Bauspar-Bands, die in den letzten Jahren mit deutschsprachigem Gesang zu quälen vermochten. Ich bin ihnen für so vieles dankbar. Das Beste aber ist: Mit dieser Band lassen sich sogar Jahreszeiten aushalten, die sich als Kompaniefeldwebel verkleidet haben und mit der Wiedervereinigung von Soundgarden drohen.
Eric Pfeil über Tocotronic


Schall und Wahn
An diesem Freitag, also dem 22. Januar 2010 erscheint das neue Tocotronic-Album, welches den wunderbaren Namen Schall und Wahn trägt. Bis auf die Single Macht es nicht selbst kenne ich noch überhaupt nichts von der neuen Scheibe und bin mir dennoch sicher, dass sie aus höchsten Qualitätshöhen zu uns herabsteigen wird. Weil man von Tocotronic (hier könnte auch stehen: den vier Hamburger Trainingsjackenträgern) auch gar nichts anderes gewohnt ist.

Tocotronic begleitet mich seit beinahe 15 Jahren und wie das damals in der Antike so üblich war, fand die erste Berührung über einen Plattenladen statt. Und es war auch eine Berührung im wahrsten Sinne des Wortes: Die CD mit den unheimlich langen und unheimlich lustigen Titeln hatten wir das eine oder andere Mal in der Hand gehalten und uns gegenseitig gezeigt (also typische Plattenladen-Begleitungen wie Gille und eben ich). Aber weder mal reingehört noch gekauft wurde jemals so ein Silberling.

Der Erweckungsmoment war erst derjenige, als Wir sind hier nicht in Seattle, Dirk auf MTV bei 120 Minutes (oder war es da schon Alternative Nation?) lief und dem Erstaunen über "Huch, das ist ja deutsch! Man kann ja auch deutsch singen!" schnell die Begeisterung wich, in einer Form zwischen "Hey, das ist ja lustig" und "Hey, das ist ja gut!". Nur, dass sie über die Jahre eben noch besser wurden und sich bis zum heutigen Tage stetig steigern, was Eric Pfeil in seinem oben angeführten Zitat auch sehr schön ausdrückt.

Eric Pfeil schreibt im Online-Auftritt der FAZ - wie bereits von mir beim Jahresrückblick ausdrücklich gelobt - eine wöchentliche Kolumne namens Pop-Tagebuch, in der nicht einfach nur Fakten heruntergebetet werden, sondern subjektiv aktuelle Dinge zu einem kurzweiligen Text zusammen geworben werden. Jede Woche wieder eine Freude und Wohltat. UND: Bald gibt es das Ganze auch gedruckt, da für 22. Februar 2010 nämlich eine Kolumnensammlung namens Komm, wir werfen ein Schlagzeug in den Schnee: Die Pop-Tagebücher angekündigt ist. Werde ich mir holen.
Die Lobhudelei
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